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Neuer Trainer beim 1. FC Kaiserslautern
Schommers soll es richten

 Boris Schommers präsentierte sich gestern bei seiner Vorstellung als neuer Trainer des 1. FC Kaiserslautern durchaus angriffslustig und kämpferisch.
Boris Schommers präsentierte sich gestern bei seiner Vorstellung als neuer Trainer des 1. FC Kaiserslautern durchaus angriffslustig und kämpferisch. FOTO: dpa / Patrick Seeger
Kaiserslautern. 1. FC Kaiserslautern präsentiert ehemaligen Nürnberger als neuen Trainer. Kölner Ex-Profi McKenna wird Co-Trainer. dpa

Boris Schommers soll den 1. FC Kaiserslautern aus der Krise führen. Der 40-Jährige tritt die Nachfolge des am Montag beurlaubten Sascha Hildmann als Cheftrainer beim angeschlagenen Fußball-Drittligisten an und hat einen Vertrag bis zum 30. Juni 2021 unterschrieben. „Wir müssen die Wucht dieses Vereins wieder ins Rollen bringen. Alle gemeinsam, um den FCK wieder in ruhigere Gefilde und erfolgreiche Bahnen zu lenken. Diese Herausforderung nehme ich gerne an“, sagte Schommers bei seiner Vorstellung gestern auf dem Betzenberg.

Als Co-Trainer bringt der frühere Nürnberger den Ex-Bundesligaprofi Kevin McKenna mit. Der langjährige Bundesliga-Profi, der 112 Bundesligaspiele und 98 Zweitligaspiele bestritt und dabei vier Aufstiege in die Bundesliga feiern konnte, arbeitete seit 2014 als Trainer im Nachwuchsleistungszentrum des 1. FC Köln, hauptsächlich als Co-Trainer der U19 und der Zweiten Mannschaft. Von 2014 bis 2017 bildete der Kanadier dabei bei der Kölner U19 bereits ein Trainerteam mit Schommers.

Am Samstag (14 Uhr) im Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg wartet die erste Bewährungsprobe auf das neue Duo. „Die Mannschaft hat sich unter Wert verkauft, aber sie braucht Struktur über 90 Minuten. Mit viel Fleiß und Akribie will ich die junge Mannschaft entwickeln, stabilisieren und nach vorne bringen“, kündigte Schommers an.



„Das Gesamtkonzept hat uns überzeugt“, begründete Sport-Geschäftsführer Martin Bader die Wahl. „Wir haben eine junge Mannschaft, die intensiv gecoacht und an die Hand genommen werden muss. Ich bin der festen Überzeugung, dass die beiden der Mannschaft das mit auf den Weg geben wird, was sie braucht.“ Nach dem Fehlstart mit nur zwei Siegen aus acht Partien sahen sich die Verantwortlichen spätestens nach der 1:6-Blamage beim SV Meppen am vergangenen Samstag zum Handeln gezwungen. Den desolaten Auftritt nahm Bader zum Anlass, den Spielern den Ernst der Lage zu verdeutlichen. „Eine solche Spielweise und Leidenschaft wollen wir nie wieder sehen“, stellte der 51-Jährige klar.

Schommers war von 2006 bis 2017 in der Jugendabteilung des 1. FC Köln engagiert und gewann 2011 mit der U17 den deutschen Meistertitel. Schon dort hat er mit dem jetzigen FCK-Sportdirektor Boris Notzon zusammengearbeitet. Von der Saison 2017/2018 an arbeitete er als Co-Trainer von Michael Köllner beim 1. FC Nürnberg, nach dessen Entlassung als Interimstrainer. Infolge des Bundesliga-Abstiegs im Mai musste Schommers auch beim Club gehen.

Die Entscheidung zugunsten des gebürtigen Leverkuseners traf Sport-Geschäftsführer Bader laut eigener Aussage in enger Abstimmung mit Kaiserslauterns Kapitalgeber Flavio Becca. „Das war ein Zusammenspiel von uns beiden und den Gremien“, erklärte der Sportchef. Zuletzt hatte der Luxemburger Unternehmer Becca verdeutlicht, im Gegenzug für sein Investment Einfluss auf wichtige Prozesse beim FCK nehmen zu wollen.

Schommers steht nun eine heikle Aufgabe bevor, ist er doch bereits der siebte Trainer in den vergangenen vier Jahren. Kein Trainer konnte in diesem Zeitraum den fortwährenden Niedergang verhindern und blieb länger als zehn Monate im Amt. Nun liegt es an Schommers, den finanziell angeschlagenen Traditionsverein aus dem Tiefpunkt der Vereinsgeschichte zu führen.