| 22:30 Uhr

3. Liga
1. FC Kaiserslautern im tiefen Fall

Kaiserslautern. Der Abwärtstrend beim 1. FCK hält an – sowohl sportlich als auch wirtschaftlich.

Ein besinnliches Weihnachtsfest wird es für den Fußball-Drittligisten 1. FC Kaiserslautern nicht geben. Das wohl dunkelste Jahr der Vereinsgeschichte mit dem erstmaligen Absturz in die Drittklassigkeit endete am Samstag zum Rückrundenstart mit einer 1:2 (0:0)-Niederlage beim TSV 1860 München. „Das ist sehr bitter“, sagte FCK-Trainer Sascha Hildmann. „Wir müssen uns nächstes Jahr straffen.“

Nach der Gelb-Roten Karte kurz vor der Pause für Janek Sternberg und der Münchner Führung durch Efkan Bekiroglu (55. Minute) glich Timmy Thiele (68.) zwar zum 1:1 aus, doch Quirin Moll (85.) traf noch zum Sieg für die Sechziger. Der viermalige deutsche Meister dümpelt als Tabellenelfter in der Bedeutungslosigkeit der 3. Liga herum. Nach der Niederlage an der Grünwalder Straße beträgt der Rückstand auf die Tabellenspitze schon 16 Zähler.

Dass die Aufstiegsambitionen weiter offensiv formuliert werden, ist wohl in erster Linie der finanziell äußerst kritischen Situation geschuldet. Rund zwölf Millionen Euro fehlen derzeit, um eine Insolvenz im kommenden Sommer noch abzuwenden. Dass trotz Verbindlichkeiten in Höhe von fast 17 Millionen Euro eine Zwischenfinanzierung mit Fremdkapital anvisiert wird, belegt, dass die Ausgliederung der Profisparte noch keinerlei Früchte getragen hat. Zahlungskräftige Investoren sucht man weiter vergebens.



In der kurz vor dem Anpfiff öffentlich gemachten Abberufung des Vorstandsvorsitzenden Rainer Keßler gipfelten am Samstag zudem die großen Unstimmigkeiten innerhalb der Vereinsführung. „Es gibt keine Basis für eine konstruktive Zusammenarbeit“, begründete Aufsichtsratschef Patrick Banf die Trennung.

Der 56 Jahre alte Keßler hatte sich mit der Geschäftsführung der in eine Kapitalgesellschaft ausgelagerten Profis überworfen, weil diese ihm keinen Einblick in die Investorensuche gewähren wollte. Statt sich in der Winterpause intensiv um eine Verstärkung der Mannschaft zu kümmern, sind der Aufsichtsratsvorsitzende Banf und die Geschäftsführer Martin Bader und Michael Klatt nun auch noch bei der Suche nach einem neuen Vorstand gefordert.

(dpa)