| 23:15 Uhr

Drei Paukenschläge in vier Minuten

 Die deutsche Torschützin zum zwischenzeitlichen 1:0, Linda Bresonik, springt ausgelassen auf die Auswechselspielerinnen des DFB-Teams zu. Foto: dpa
Die deutsche Torschützin zum zwischenzeitlichen 1:0, Linda Bresonik, springt ausgelassen auf die Auswechselspielerinnen des DFB-Teams zu. Foto: dpa
Tampere. Die Vorstellung war beeindruckend, die Erleichterung groß: Nach dem erst in der furiosen Schlussphase mit drei Toren in vier Minuten herausgeschossenen 4:0 (1:0)-Auftaktsieg über Norwegen in Tampere geht die deutsche Frauen-Nationalmannschaft bei der Fußball-Europameisterschaft in Finnland die nächsten Aufgaben noch selbstbewusster und gelassener an

Tampere. Die Vorstellung war beeindruckend, die Erleichterung groß: Nach dem erst in der furiosen Schlussphase mit drei Toren in vier Minuten herausgeschossenen 4:0 (1:0)-Auftaktsieg über Norwegen in Tampere geht die deutsche Frauen-Nationalmannschaft bei der Fußball-Europameisterschaft in Finnland die nächsten Aufgaben noch selbstbewusster und gelassener an. "Dass wir das zweite Tor solange nicht machen, tut meinen Nerven gar nicht gut. Aber unter dem Strich bin ich mit der Leistung der Mannschaft sehr zufrieden. Dass sie die taktischen Vorgaben so gut umsetzt, ist absolut genial", bilanzierte die erleichterte DFB-Cheftrainerin Silvia Neid nach dem ersten großen Schritt Richtung EM-Titelverteidigung. "Hier mit drei Punkten und vier Toren gegen einen starken Gegner zu starten, tut sehr gut. Aber wir können uns jetzt nicht zurücklegen und werden uns genauso konzentriert auf das zweite Spiel am Donnerstag gegen Frankreich vorbereiten", ergänzte Neid nach der erfolgreichen Neuauflage des EM-Finals von 2005 in England (3:1 für Deutschland). Nach der Führung durch einen von Linda Bresonik verwandelten Foulelfmeter (33.) mühte sich die DFB-Elf lange Zeit vergebens um das zweite Tor. Der Knoten platzte erst kurz vor Schluss: Die eingewechselte Fatmire Bajramaj empfahl sich mit einem Doppelschlag (90./90.+4) für weitere Einsätze, Anja Mittag (90.+2) hatte das zwischenzeitliche 3:0 erzielt. "Es gibt eben solche Tage, da will der Ball einfach nicht über die Linie. Aber das 4:0 ist nun eine gute Ausgangsbasis", resümierte Rekord-Nationalspielerin Birgit Prinz, die wie ihre Kolleginnen zuvor zahlreiche Großchancen ausgelassen hatte. "In der 89. Minute hätten wir sogar das 1:1 kriegen können. Das wäre sehr schade gewesen", betonte Neid nach dem 14. Erfolg (13 Niederlagen) im 32. Duell mit den enttäuschenden Norwegerinnen. Die DFB-Elf begann mit der erwarteten Startformation. Für Weltmeisterin Simone Laudehr, die nach einer Bänderverletzung im Knie noch Trainingsrückstand aufweist, rückte die später zur besten Spielerin gewählte 19-jährige Kim Kulig vom Hamburger SV ins defensive Mittelfeld. Das Abwehrzentrum bildeten Annike Krahn und Ariane Hingst. Doch die Defensive war über weite Strecken beschäftigungslos. Das deutsche Team setzte die taktische Vorgabe, die Kopfball-Duelle im Mittelfeld zu gewinnen und eigene Aktionen über die Außen zu kreieren, hervorragend um.



Auf einen BlickDeutschland - Norwegen 4:0 (1:0). Deutschland: Angerer (FFC Frankfurt) - Schmidt (Turbine Potsdam), Krahn (FCR Duisburg), Hingst (Frankfurt), Peter (Potsdam) - Garefrekes (Frankfurt - 66. Bajramaj/Potsdam), Kulig (Hamburger SV), Bresonik (Duisburg), Behringer (Bayern München - 86. Mittag/Potsdam) - Prinz (Frankfurt), Grings (Duisburg - 66. Okoyino da Mbabi/SC Bad Neuenahr). - Norwegen: Hjelmseth - Akerhaugen, Rønning, Mjelde, Huse - Gulbrandsen, Stensland, Storløkken (80. Giske), Wiik (72. Pedersen) - Herlovsen, Thorsnes (58. Kaurin). - Schiedsrichterin: Ihringova (England). - Zuschauer: 7500. - Tore: 1:0 Bresonik (33./Foulelfmeter), 2:0 Bajramaj (90.), 3:0 Mittag (90.+2), 4:0 Bajramaj (90.+4). - Gelbe Karten: Bresonik, Kulig/Mjelde. dpa