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DOSB-Präsident droht Prozess wegen Dachpfannen

Düsseldorf. Dem neuen Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Alfons Hörmann, droht ein Gerichtsprozess wegen des Vorwurfs illegaler Preisabsprachen. „Wir haben die Vorwürfe des Bundeskartellamts geprüft und uns zu eigen gemacht“, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf gestern. dpa

Für das Verfahren ist noch keinen Termin bestimmt. Hörmann war am Samstag zum neuen DOSB-Chef gewählt worden.

Das Bundeskartellamt hatte 2008 Bußgelder in Höhe von 150 000 Euro gegen Hörmann und 66 Millionen Euro gegen die Firma Creaton AG verhängt, deren Vorstandsvorsitzender Hörmann damals war. Dagegen hatte Hörmann Einspruch erhoben. Nun muss der Kartellsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf die Bußgeldbescheide überprüfen.

Das DOSB-Präsidium hatte von dem Kartellrechtsverfahren gewusst, aber keinen Hinderungsgrund für Hörmanns Kandidatur gesehen: Es "besteht lediglich der Verdacht einer Ordnungswidrigkeit wegen eines Vorgangs, der mehr als sieben Jahre zurückliegt und öffentlich bekannt ist".

Dem Ex-Manager werden illegale Preisabsprachen bei Dachpfannen vorgeworfen, erläuterte Holger Schönwitz, der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft. Private Häuslebauer sollen für ihre Dächer überhöhte Preise bezahlt haben. Im Juli 2006 soll die gesamte Branche bei einem Verbandstreffen vereinbart haben, einen "Energiekostenzuschlag" zu berechnen und die Preise so um vier bis sechs Prozent anzuheben.