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Die Spur führt zu Staudt

 DFB-Präsident Theo Zwanziger (links) will im kommenden Oktober zurücktreten. DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach gilt als Kandidat, soll sein Amt aber wohl behalten. Foto: Silz/dpa
DFB-Präsident Theo Zwanziger (links) will im kommenden Oktober zurücktreten. DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach gilt als Kandidat, soll sein Amt aber wohl behalten. Foto: Silz/dpa
Berlin. Nach seiner eigenwilligen Rückzugserklärung treibt DFB-Boss Theo Zwanziger intensiv die Inthronisierung seines Wunsch-Nachfolgers voran. Zwanziger soll nach Medien-Informationen den ehemaligen Chef des VfB Stuttgart, Erwin Staudt, als Verbandspräsidenten und Wolfgang Niersbach weiterhin als Generalsekretär favorisieren

Berlin. Nach seiner eigenwilligen Rückzugserklärung treibt DFB-Boss Theo Zwanziger intensiv die Inthronisierung seines Wunsch-Nachfolgers voran. Zwanziger soll nach Medien-Informationen den ehemaligen Chef des VfB Stuttgart, Erwin Staudt, als Verbandspräsidenten und Wolfgang Niersbach weiterhin als Generalsekretär favorisieren. Bereits am Sonntag soll es entsprechende Abstimmungsgespräche gegeben haben, die Staudt auch bestätigte. "DFB-Präsident zu sein, ist eine der schönsten Aufgaben, die es in Deutschland gibt", sagte der studierte Diplom-Volkswirt und ehemalige Chef von IBM Deutschland, der als Vertreter des Ligaverbandes auch im Vorstand des deutschen Fußball-Bundes sitzt und damit zu den regelmäßigen Ansprechpartnern Zwanzigers gehört.Am Sonntagabend machte sich DFB-Vize Karl Rothmund als erster Spitzenfunktionär für Staudt stark. "Staudt als Präsident und Wolfgang Niersbach als Generalsekretär, das wäre für mich eine Traumkombination. Staudt hat Wirtschaftskompetenz, er kennt sich im bezahlten und im Amateur-Fußball aus", sagte der einflussreiche Rothmund.

Zwanziger hatte mit seiner überraschenden Rücktrittsankündigung für den Herbst 2012 den Deutschen Fußball-Bund (DFB) ziemlich unvermutet getroffen und damit Verwunderung im eigenen Verband und auch bei Bundestrainer Joachim Löw ausgelöst. "Wir hatten von der Nachricht auch erst in Kiew gehört und waren natürlich alle überrascht", verriet Löw. Negative Auswirkungen auf die EM-Titelmission befürchtet er nicht. "Das wird uns jetzt in unserer Vorbereitung und Konzentration nicht stören. Wir konzentrieren uns auf unsere Aufgaben", unterstrich Löw.

"Auf der einen Seite ist so eine Entscheidung zu respektieren. Dass der Zeitpunkt und die Ankündigung eines externen Kandidaten für Unruhe gesorgt haben, ist der Nachteil bei dem Weg, den Theo Zwanziger gewählt hat", sagte der Berliner Verbandspräsident Bernd Schultz. "Der Schock war schon groß, alle waren völlig überrascht", verriet Rainer Milkoreit, DFB-Vize und Chef des Nordostdeutschen Verbandes. Nebenschauplätze wie die Affäre um Manfred Amerell, der Suizidversuch von Schiedsrichter Babak Rafati oder die Debatte um Gewalt im Fußball "haben ihn ein bisschen zermürbt", vermutet er. In der "Rhein-Zeitung" verteidigte Zwanziger seine Entscheidung als "weder impulsiv noch aktionistisch. Im Gegenteil, sie ist wohldurchdacht." Der Entschluss sei im Sommer vergangenen Jahres gefallen.dpa Foto: Kaufmann/dpa