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Die Qual der Wahl

Kaiserslautern. Die Heimbilanz des 1. FC Kaiserslautern ist beeindruckend. Seit fast einem Jahr hat der FCK nicht mehr verloren. Die letzte Mannschaft, der es gelang, auf dem Betzenberg zu siegen, kommt an diesem Samstag. Mirko Reuther

Wenn Fußball-Zweitligist 1. FC Kaiserslautern an diesem Samstag um 13 Uhr den VfR Aalen zum ersten Heimspiel 2015 im Fritz-Walter-Stadion empfängt, ist die Partie auf dem Papier eine klare Angelegenheit. Die Roten Teufel sind diese Saison zu Hause noch ungeschlagen und unterstrichen zuletzt mit einem 2:0 bei Eintracht Braunschweig eindrucksvoll ihre Aufstiegsambitionen. Aalen hingegen steckt im Keller fest und kämpft gegen den Abstieg in die 3. Fußball-Liga.

Dennoch hat der FCK eine gehörige Portion Respekt vor dem vermeintlichen Außenseiter, denn die Ostalbstädter haben sich in den vergangenen Jahren zu einem Schreckgespenst für die Pfälzer entwickelt. Drei Niederlagen und ein Unentschieden lautet die maue Bilanz der Roten Teufel gegen Aalen aus den letzten Partien. Überhaupt nur ein einziges Mal verließ der FCK in Liga zwei gegen den VfR als Sieger den Platz. Der 2:1-Erfolg aus der Saison 2012/2013 liegt mittlerweile fast drei Jahre zurück.

"Wir dürfen diesen Gegner nicht ein Prozent unterschätzen", warnt FCK-Sportdirektor Markus Schupp. Er muss es wissen, schließlich war Schupp selbst zwischen 2011 und 2013 als Sportdirektor in Aalen tätig und stieg mit dem VfR 2012 in die 2. Liga auf. Von einem Angstgegner will FCK-Trainer Kosta Runjaic nichts wissen: "Wir haben vor keiner Mannschaft Angst. Nur Respekt", sagt Runjaic und ergänzt: "Die Mannschaft freut sich auf das erste Spiel vor unseren Zuschauern und will ihre tolle Heimserie weiter ausbauen."

Die Heimbilanz liest sich in der Tat beeindruckend. Seit fast einem Jahr ist der FCK im Fritz-Walter-Stadion unbesiegt. Die letzte Niederlage (1:2) datiert vom 23. Februar 2014. Der damalige Gegner: Aalen . "Der VfR wird defensiv gut stehen und uns das Leben schwer machen", prophezeit FCK-Stürmer Philipp Hofmann. Sein Erfolgsrezept: "Wir müssen geduldig bleiben und unsere Chancen effizient nutzen." Der U21-Nationalspieler war beim Sieg in Braunschweig mit einem Kopfballtreffer zum 1:0 Wegbereiter des Erfolgs und wird auch gegen Aalen in der Startelf stehen.

Denkbar ist, dass Heimkehrer Simon Zoller neben Hofmann als zweite Spitze aufläuft. In diesem Falle müsste Runjaic einen Mittelfeldspieler opfern. Und gerade auf dieser Position tobt der Konkurrenzkampf am heftigsten. Das bekam am vergangenen Spieltag Amin Younes zu spüren. Der deutsche U21-Nationalspieler stand gegen Braunschweig nicht mal im Aufgebot. Konfliktpotenzial sieht Trainer Runjaic aber nicht: "Unsere Entscheidungen werden nicht jedem schmecken, aber das ist Profisport. Wir haben uns bewusst so breit aufgestellt, um die Qualität im Training zu erhöhen. Jetzt haben wir einige Kandidaten, die auf ihren ersten Einsatz brennen." Einer dieser Kandidaten wird sich gegen Aalen möglicherweise bewähren dürfen. Denn hinter dem Einsatz von Mittelfeldspieler Alexander Ring (Knieprellung) steht ein Fragezeichen.