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Die Mächtigen ringen um Olympia

 US-Präsident Obama soll helfen, die Olympischen Spiele 2016 nach Chicago zu holen.Foto: dpa
US-Präsident Obama soll helfen, die Olympischen Spiele 2016 nach Chicago zu holen.Foto: dpa
Kopenhagen. Barack Obama soll mit einer Visite in Kopenhagen der Bewerberstadt Chicago bei der Vergabe der Olympischen Spiele 2016 den entscheidenden Impuls gegenüber Hauptkonkurent Rio de Janeiro geben. Obama lebte 25 Jahre lang in Chicago

Kopenhagen. Barack Obama soll mit einer Visite in Kopenhagen der Bewerberstadt Chicago bei der Vergabe der Olympischen Spiele 2016 den entscheidenden Impuls gegenüber Hauptkonkurent Rio de Janeiro geben. Obama lebte 25 Jahre lang in Chicago. Das Weiße Haus bestätigte gestern den erstmaligen Auftritt eines US-Präsidenten vor der Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Bei der bedeutendsten Wahl des Weltsports gehen an diesem Freitag Tokio und Madrid als Außenseiter in den Kampf um die Sommerspiele 2016. In Kopenhagen werben das Königspaar Juan Carlos und Sofia sowie Regierungs-Chef Luis Rodriguez Zapatero für Madrid. Brasiliens Präsident Luiz Inacio Lula da Silva wird ein Plädoyer für Rio de Janeiro halten. Rio galt bisher als Favorit - noch nie wurden Olympische Spiele in Südamerika veranstaltet. Japans Regierungs-Chef Yukio Hatoyama macht sich für Tokio stark. Chicago sieht seine Stärke darin, dass Athleten in der Nähe der Wettkampforte wohnen, viele vorhandene Sportstätten genutzt werden und neue nach Olympia nicht nutzlos herumstehen. 31 Sportstätten sollen für die Spiele vom 22. Juli bis 7. August unter dem Motto "Lasst Freundschaft strahlen" zur Verfügung stehen, 15 existieren schon - die meisten liegen in einem Radius von bis zu zehn Kilometern, zusammengeballt an Orten am Michiganseeufer. Chicagos Etat ist mit 3,2 Milliarden Euro der geringste der Bewerberstädte.Rio de Janeiros Bewerbung umfasst unter anderem die Erweiterung von Uferpromenaden mit einem eigenem Sportler-Strand und den Ausbau des Flughafens. Die Organisatoren werten es als Vorteil, dass Brasilien die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 ausrichtet. Rio investiere bis dahin Millionen in Infrastruktur und Sicherheit, die 2016 auch den Olympischen Spielen zu gute kämen. Nachteil Rios ist die Hotelkapazität, die laut IOC zu gering ist. Stärken Madrids liegen darin, dass 77 Prozent der Sportstätten fertig oder im Bau sind. Die Spanier versprechen zudem ein "Olympia der kurzen Wege". Ein großer Teil der Stadien und Hallen wird vom Olympischen Dorf zu Fuß zu erreichen sein. Ein Schwachpunkt liegt im Dopingskandal des Radsports, der 2006 aufgedeckt, aber nie ganz aufgeklärt wurde. Dies brachte Spanien den Ruf ein, den Dopingkampf nicht ernst zu nehmen. Der größte Nachteil Madrids liegt aber in der ungeschriebenen olympischen Regel von der "Rotation der Kontinente". Danach finden die Spiele nicht zwei Mal nacheinander auf demselben Kontinent statt. London richtet die Sommerspiele 2012 aus. Tokio verspricht die "kompaktesten und nachhaltigsten Spiele der Geschichte". 97 Prozent der Einrichtungen sind weniger als acht Kilometer vom Olympia-Stadion, 70 Prozent maximal zehn Minuten vom Olympischen Dorf an der Tokio Bay entfernt. 23 der 34 Wettkampfstätten existieren bereits - einschließlich der historischen Anlagen, in denen 1964 die Spiele stattfanden und die noch genutzt werden. dpa