| 23:17 Uhr

Die Hitze besiegt Djokovic

Melbourne. Titelverteidiger Novak Djokovic ist bei den Australian Open ausgeschieden. Im Viertelfinale gegen Andy Roddick musste er aufgeben. Die Freude an seinem Beruf war Djokovic in der Mittagshitze vergangen. Der Weltranglisten-Dritte aus Serbien musste gegen Roddick beim Stand von 7:6 (7:3), 4:6, 2:6, 1:2 passen. Bei Temperaturen von 35 Grad streikte der Körper des 21-Jährigen

Melbourne. Titelverteidiger Novak Djokovic ist bei den Australian Open ausgeschieden. Im Viertelfinale gegen Andy Roddick musste er aufgeben. Die Freude an seinem Beruf war Djokovic in der Mittagshitze vergangen. Der Weltranglisten-Dritte aus Serbien musste gegen Roddick beim Stand von 7:6 (7:3), 4:6, 2:6, 1:2 passen. Bei Temperaturen von 35 Grad streikte der Körper des 21-Jährigen. "Ich hatte Krämpfe und Muskelkater und habe mich nicht gut gefühlt", sagte Djokovic: "Die Bedingungen waren extrem. Es ist enttäuschend, so auszuscheiden. Aber manchmal kannst du nicht gegen deinen Körper ankämpfen." Er hatte sich mit Eiswürfeln einreiben lassen, Kühlschläuche in seinen Nacken gelegt - und schlich dann doch ans Netz, um Roddick zu gratulieren. Roger Federer dagegen fegte kurz vor Mitternacht Juan Martin del Potro mit 6:3, 6:0, 6:0 vom Platz. Zum 19. Mal nacheinander steht der Schweizer im Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers - kein Tennis-Profi vor ihm hat das je geschafft. Wer vor zwei Tagen nach dem knapp überstandenen Fünf-Satz-Krimi gegen Tomas Berdych an der Form des dreimaligen Australian-Open-Gewinners gezweifelt hatte, durfte sich am neunten Turniertag verwundert die Augen reiben. "Je länger das Spiel dauerte, desto besser bin ich geworden", sagte Federer nach dem Erfolg in nur 80 Minuten: "Natürlich bevorzuge ich solche Spiele. Die sind auch gesünder." Auf der anderen Seite des Netzes stand immerhin die Nummer sechs der Weltrangliste. "Federer hat wie eine Nummer eins gespielt", sagte der 20 Jahre alte Argentinier del Potro.Der Weltranglisten-Zweite Federer trifft im Halbfinale auf Roddick. "Es ist schön, mal wieder gegen einen in meinem Alter zu spielen", sagte der 27 Jahre alte Federer über den 26-Jährigen. Morgen wird es zum 18. Duell der beiden kommen. Die Bilanz für Federer: 15:2 Siege. Vor zwei Jahren traf er auf dem Weg zum dritten Australian-Open-Titel nach 2004 und 2006 Roddick auch im Halbfinale - und gewann 6:4, 6:0, 6:2. "Wir kennen uns schon lange und gut. Gegen ihn ist es immer gefährlich", sagte Federer. Vor Federer durfte Publikumsliebling Jelena Dokic auf den Center Court spielen. Doch der Comeback-Geschichte der Australierin wurde kein weiteres Erfolgskapitel zugefügt. 4:6, 6:4, 4:6 verlor die 25-Jährige im Viertelfinale gegen die an Nummer drei gesetzte Russin Dinara Safina. Nach dem Matchball erhoben sich die 15 000 Zuschauer und spendeten der Unterlegenen Beifall. "Ich muss nicht enttäuscht sein", sagte Dokic. Die Weltranglisten-137. wird wieder unter die Top 100 klettern - die Vergangenheit mit familiären Problemen, Depressionen und Übergewicht scheint abgehakt. dpa