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Die Hertha will Schalke auf Distanz halten

 Hertha-Trainer Pal Dardai hat derzeit gut lachen. Seine Berliner stehen auf einem direkten Champions-League-Platz. Foto: Christian Charisius/dpa
Hertha-Trainer Pal Dardai hat derzeit gut lachen. Seine Berliner stehen auf einem direkten Champions-League-Platz. Foto: Christian Charisius/dpa FOTO: Christian Charisius/dpa
Berlin. Nach fast zehn Jahren ohne Sieg gegen Königsblau könnte ein Berliner Erfolg dieses Mal besonders viel wert sein. Immerhin geht es um Platz drei in der Bundesliga und damit das direkte Tor zur Champions League. Agentur

Die Ansage von Pal Dardai war klar: "Ein schönes Freitagspiel, ein schöner Gegner, ein Topplatz - es gibt kein Alibi für uns. Wir werden alles geben, dass wir gewinnen. Wir haben Schalke lange nicht geschlagen." Genau 3462 Tage liegt der letzte Sieg des Hauptstadtclubs in der Fußball-Bundesliga gegen Schalke 04 zurück, und das schmerzt besonders in der Hertha-Brust. Denn seit dem Bundesliga-Skandal 1971 oder besser einem vom DFB-Sportgericht aberkannten Pokal-Weiterkommen kurz danach zelebrieren die Hertha-Fans eine Ablehnung gegen Königsblau. Das Aussprechen des Vereinsnamens Schalke ist verpönt, es geht einfach gegen Gelsenkirchen. Auch diesmal wieder wird die Partie gegen Club X eine besonders emotionale sein für die Hertha-Familie.

Die aktuellen Berliner Protagonisten haben mit der Vergangenheit weniger am Hut. Dardai will einfach nach 14 vergeblichen Anläufen die schwarze Serie beenden. Er erinnert sich an den letzten Triumph noch genau, am 17. September 2006 hatte der Hertha-Rekordmann selbst auf dem Rasen gestanden. "Unser Torwart Christian Fiedler war schon ausgedribbelt, ich habe auf der Torlinie gerettet", schilderte er noch einmal die entscheidende Kopfball-Abwehr beim 2:0-Sieg.

Gelingt unter Dardai als Trainer heute Abend (20.30 Uhr/Sky) wieder ein Dreier, würde der Ungar kurz vor seinem 40. Geburtstag am kommenden Mittwoch mit dann 45 Punkten sogar offiziell Herthas Saisonziel neu formulieren.

Allerdings weiß auch Schalke um die Brisanz auf dem frisch verlegten neuen Rasen des Olympiastadions. "Jeder sieht, wie eng es da oben ist", sagte Trainer André Breitenreiter. "Wir wollen an unsere zuletzt gezeigten Leistungen anknüpfen, zielstrebig und variabel nach vorn spielen. Wenn wir das machen, haben wir auch in Berlin gute Möglichkeiten zu punkten." Eric Maxim Choupo-Moting (Beckenprellung) und Leon Goretzka (Schultereckgelenksprengung) fehlen weiterhin. Mit einem Sieg würde der Tabellen-Vierte aus dem Revier (41 Punkte) Hertha (42) überholen.

Pal Dardai geht derweil davon aus, dass er vor mehr als 50 000 Zuschauern auf seine zuletzt angeschlagenen Torhüter Rune Jarstein und Thomas Kraft bauen kann. "Der eine steht, der andere sitzt", sagte der Ungar.