| 20:36 Uhr

Fußball
Auch der Betzenberg erlebte eine Sensation

 Die Sensation ist perfekt, Real Madrid im Viertelfinale des Uefa-Pokals mit 5:0 besiegt. Die damaligen FCK-Spieler Friedhelm Funkel, Hannes Bongartz, Hans-Peter Briegel und Andreas Brehme und Michael Dusek (von links) feiern mit den Fans auf dem Betzenberg.
Die Sensation ist perfekt, Real Madrid im Viertelfinale des Uefa-Pokals mit 5:0 besiegt. Die damaligen FCK-Spieler Friedhelm Funkel, Hannes Bongartz, Hans-Peter Briegel und Andreas Brehme und Michael Dusek (von links) feiern mit den Fans auf dem Betzenberg. FOTO: dpa / Jörg Schmitt
Dortmund. Die größten Aufholjagden deutscher Mannschaften im europäischen Fußball dienen Borussia Dortmund als Mutmacher. dpa

Borussia Dortmund muss in der Champions League gegen Tottenham Hotspur für eine riesengroße Überraschung sorgen. Nach der 0:3-Niederlage in London braucht der BVB im Rückspiel am heutigen Dienstag (21 Uhr/Sky) vier Tore, um noch das Viertelfinale der Champions League zu erreichen. Deutsche Teams haben in Europapokal-Spielen schon früher für Sensationen gesorgt. Die SZ listet die größten Aufholjagden auf.

Carl Zeiss Jena - AS Rom



Es ist die 1. Runde des Europapokals der Pokalsieger 1980/1981. Carl Zeiss Jena muss ein 0:3 aus dem Hinspiel wettmachen. Schon in der ersten Halbzeit gelang es dem Team vor heimischem Publikum, zwei Tore zu erzielen. Mit einem Doppelpack brachte der eingewechselte Andreas Bielau die Thüringer in die nächste Runde, der entscheidende Treffer fiel drei Minuten vor Schluss.

1. FC Kaiserslautern - Real Madrid

Es ist das Viertelfinale des Uefa-Pokals 1981/1982, und der FCK sorgte für eine echte Sensation. 1:3 war der Endstand nach dem Hinspiel in der spanischen Hauptstadt. Das Rückspiel wird zu einem der legendärsten Spiele auf dem Betzenberg. Schon nach 17 Minuten gelang den Pfälzern durch einen Doppelschlag von Friedhelm Funkel das 2:0. Binnen 34 Minuten musste Real gleich drei Platzverweise verkraften, Kaiserslautern nutzte dies und schoss die Madrilenen mit 5:0 ab.

Bayer Uerdingen - Dynamo Dresden

Bayer 05 Uerdingen (heute KFC Uerdingen) sorgte im Viertelfinale des Europapokals der Pokalsieger 1985/1986 gegen Dynamo Dresden für das Wunder von der Grotenburg. Nach dem 0:2 aus dem Hinspiel stand es im zweiten Duell in der 58. Minute noch 1:3. Nach einem verwandelten Foulelfmeter von Wolfgang Funkel trafen die völlig entfesselten Rheinländer in einer halben Stunde fünf Mal. „Fußballerisch war das nicht zu erklären“, sagte der damalige Bayer-Trainer Karl-Heinz Feldkamp.

Werder Bremen - Spartak Moskau

Werder Bremen gelang gleich mehrfach ein „Wunder an der Weser“. Das erste fand im Uefa-Pokal 1987/1988 in der zweiten Runde gegen Spartak Moskau statt. Die Russen wähnten sich nach einem 4:1-Heimsieg schon so gut wie im Achtelfinale. Im Rückspiel drehten die Bremer allerdings auf und führten nach knapp einer halben Stunde schon mit 3:0. Werder rettete sich in die Verlängerung – dort sorgten Karl-Heinz Riedle und Manfred Burgsmüller für den Bremer Jubel. Die Partie endete 6:2.

Leverkusen - Espanyol Barcelona

Bayer 04 Leverkusen verdankt seinen bislang einzigen europäischen Titel einem Elfmeter-Thriller im Finale des Uefa-Pokals 1987/1988 – damals gab es noch Hin- und Rückspiel. In Barcelona musste sich die Werkself gegen Espanyol 0:3 geschlagen geben. Kaum einer glaubte noch an Bayer 04. Zuhause retteten sich die Leverkusener nach einer Aufholjagd und einem 3:0-Erfolg ins Elfmeterschießen. Die Spanier trafen zu Beginn zweimal, Leverkusens Ralf Falkenmayer scheiterte. Doch Barcelona vergab dann dreimal in Folge – der Titel war perfekt.

Werder Bremen - Dynamo Berlin

Ein Jahr nach dem Coup gegen Moskau schien die Lage für Werder in der ersten Runde des Europapokals der Landesmeister 1988/1989 nach einem 0:3 bei Dynamo Berlin ähnlich aussichtslos. Im Rückspiel ließen die Bremer dem DDR-Meister aber keine Chance (5:0). „Die Gratulationen kommen von wildfremden Menschen aus der ganzen Bundesrepublik und dem benachbarten Ausland“, sagte Manager Willi Lemke und bejubelte das erneute Weser-Wunder.

Karlsruher SC - FC Valencia

Die erste Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb wurde für den Karlsruher SC zum Spektakel. In der zweiten Runde des Uefa-Pokals 1993/94 verloren die Badener beim FC Valencia zunächst 1:3. Im Rückspiel schoss sich Edgar Schmitt in die Herzen der Fans, als er mit einem Viererpack beim 7:0-Sieg maßgeblich den KSC in die nächste Runde schoss. Fortan wurde er als „Euro-Eddy“ gefeiert und berühmt.

Stuttgart - Feyenoord Rotterdam

Auch dem VfB Stuttgart gelang eine packende Aufholjagd im Uefa-Pokal. In der ersten Runde 1998/1999 verlor der VfB das Hinspiel gegen Feyenoord Rotterdam zuhause mit 1:3. Im Rückspiel drohte den Stuttgartern bis kurz vor Schluss noch das Aus, erst Fredi Bobic erlöste die Schwaben mit einem Last-Minute-Tor zum 3:0. „Das war 90 Minuten lang ein perfektes Spiel“, sagte der überragende Regisseur Krassimir Balakow und verglich den Sieg mit dem bulgarischen Viertelfinal-Triumph bei der WM 1994 gegen Deutschland: „Vom Gefühl her war es ungefähr gleich.“