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Die Diva vom Main hält Wort

 Frankfurts Alexander Meier (re.) hat zum 1:0 gegen Hoffenheim getroffen und jubelt mit Sebastian Rode (Mitte) und Eintracht-Kapitän Pirmin Schwegler. Foto: Uwe Anspach/dpa
Frankfurts Alexander Meier (re.) hat zum 1:0 gegen Hoffenheim getroffen und jubelt mit Sebastian Rode (Mitte) und Eintracht-Kapitän Pirmin Schwegler. Foto: Uwe Anspach/dpa
Sinsheim. Seit vergangener Woche fährt eine Lokomotive mit dem Logo von Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt durch Deutschland. "Wenn wir so viel PS aufs Spielfeld bringen, wie diese Lok, werden es unsere Gegner schwer haben", sagte Eintracht-Trainer Armin Veh bei der Vorstellung der 8700 PS starken Zugmaschine

Sinsheim. Seit vergangener Woche fährt eine Lokomotive mit dem Logo von Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt durch Deutschland. "Wenn wir so viel PS aufs Spielfeld bringen, wie diese Lok, werden es unsere Gegner schwer haben", sagte Eintracht-Trainer Armin Veh bei der Vorstellung der 8700 PS starken Zugmaschine.Nach zwei Spieltagen scheint es, als ob seine Mannschaft ihm den Wunsch erfüllt. Zum Saisonauftakt kämpfte sich der Aufsteiger gegen Bayer Leverkusen nach Rückstand zurück und erspielte sich einen 2:1-Sieg. Am Samstag nun überrollte die Eintracht den selbst ernannten Europa-League-Aspiranten 1899 Hoffenheim und feierte einen ungefährdeten 4:0-Triumph. Das brachte den Hessen die erste Tabellenführung in der Bundesliga seit mehr als 13 Jahren ein.

Vorne half das Glück des Tüchtigen, als ein Versuch von Alexander Meier durch Marvin Compper unhaltbar abgefälscht wurde und die Führung besorgte. Pirmin Schwegler gelang ein Traumtor zum 2:0. "Dass wir kurz vor der Pause das zweite Tor gemacht haben, war enorm wichtig. Danach haben unsere Stürmer die Räume gut nutzen können", sagte Veh. Der Rest war Kür. Erneut Meier und Martin Lanig schraubten das Ergebnis in die Höhe.

"Frisch und mutig" wollte Veh mit seiner Mannschaft in der Bundesliga auftreten und hat bisher Wort gehalten. "Das ist der Fußball, den die Leute sehen wollen", sagte Kapitän Schwegler. Veh ergänzte: "Es geht auch darum, eine Identität zu entwickeln. Damit werden wir sicher auch einmal kräftig auf die Mütze bekommen, aber das ist besser als alles andere."



Vor dem Saisonstart waren die Zweifel groß, ob Sportdirektor Bruno Hübner und Trainer Veh mit dem spärlichen Etat der Eintracht eine bundesligataugliche Mannschaft basteln könnten. "Die Alten haben es den Neuen leicht gemacht, sich zurechtzufinden. Und die Neuen haben alles für eine gute Integration getan", sagte Schwegler.

"Jeder gibt kämpferisch alles", sagte Stefan Aigner, einer von sechs neuen Spielern, die in beiden Bundesligapartien der Hessen in der Startelf standen. Bei der einstigen Diva vom Main, die schnell und gern von großen Triumphen träumt, ist die Euphorie wieder groß. "Ich wäre enttäuscht, wenn wir nicht Meister werden", antwortete ein schmunzelnder Veh auf die Frage nach dem weiteren Saisonverlauf. Die Zielsetzung bleibt der Klassenerhalt. "Der erste Schritt ist gemacht", sagte Veh. dpa

Hintergrund

Sejad Salihovic von Fußball-Bundesligist 1899 Hoffenheim wurde am Samstag beim 0:4 (0:2) gegen Eintracht Frankfurt in Minute 66 eingewechselt - für den Gelb-Rot-gefährdeten Tobias Weis. Drei Minuten später sah er nach einem Foul an Carlos Zambrano am Eintracht-Strafraum die Gelbe Karte. Von dort sprintete er zur Mittellinie, um Stefan Aigner eine Minute später umzuschubsen - Gelb-Rot nach vier Minuten Einsatzzeit. Salihovic bereitete Trainer Markus Babbel nach drei Pflichtspiel-Pleiten und einem Torverhältnis von 1:10 noch mehr Sorgen. Sein Verhalten stand am Samstag sinnbildlich für das desolate Auftreten der Mannschaft. dapd