| 21:52 Uhr

Frauenfußball-Bundesliga legt los
Eine Liga kämpft gegen den Abwärtstrend

Frankfurt. Die Bundesliga im Frauenfußball startet in die neue Saison. Die internationale Konkurrenz wird stärker. sid

Die Kulissen schrumpfen, die kontinentale Konkurrenz wächst – und so auch die Sorge der Frauenfußball-Bundesliga, international den Anschluss zu verpassen. Selbst der Vorzeige-Club VfL Wolfsburg wähnt sich im Wettlauf mit finanzkräftigen Rivalen wie Olympique Lyon oder Manchester City schon im Hintertreffen.

„Wir wissen, dass wir im internationalen Vergleich noch viel Arbeit vor uns haben und aufpassen müssen, dass wir nicht rechts und links überholt werden“, warnt Ralf Kellermann mit Blick auf die an diesem Samstag beginnende 29. Bundesliga-Spielzeit. Der sportliche Leiter des Double-Gewinners hat daher eine klare Forderung: „Wir müssen dahin kommen, dass die Liga eine Profiliga wird.“

England ist hier, angetrieben vom ehrgeizigen Verband FA, mit einem neuen, strengen Lizenzierungsverfahren bereits einen Schritt voraus. „Es geht darum, dass die Spielerinnen sich auf Fußball konzentrieren können, dass sie mehr trainieren können, dass die Ausbildung verbessert wird“, erklärt Kellermann, der mit seinem internationalen Star-Ensemble auch in dieser Saison wohl im Duell mit Vizemeister Bayern München um die Meisterschale kämpfen wird.



Auch der Deutsche Fußball-Bund gesteht akuten Handlungsbedarf ein. „Wir sind noch gut dabei, aber wir müssen investieren“, sagt Heike Ullrich. Die DFB-Direktorin für Verbände, Vereine und Ligen verweist aber noch auf das „große Pfund Wettbewerbs-Ausgeglichenheit“ der Frauen-Bundesliga, die für die neue Saison über 70 ausländische Spielerinnen angelockt hat. Doch im Schnitt nur noch 846 Zuschauer pro Spiel sprechen ebenfalls eine deutliche Sprache.