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Die Adler sind angezählt

Frankfurt. Erneute Derby-Pleite, Fast-Ausschreitungen und Trainer Armin Veh in der Kritik: Der Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt steckt kurz vor dem Weihnachtsfest tief in der Krise. Besserung ist nicht in Sicht. sid

Nachdem Armin Veh eine der "schwärzesten Stunden" seiner Karriere erlebte hatte, hoffte der ratlose Trainer von Eintracht Frankfurt schon mitten im Advent auf ein kleines Weihnachtswunder. "Auch wenn es aussichtslos erscheint, irgendwann kommt ein Lichtlein daher, das leuchtet", sagte Veh im Anschluss an das 0:1 (0:1) im Hessenderby gegen Darmstadt 98 mit all den negativen Begleiterscheinungen.

Die demütigende Pleite, die Krise des Clubs, der angezählte Trainer, die Ausschreitungen der sogenannten Fans - all das spiegelte sich im Gesicht von Heribert Bruchhagen wieder, als der konsternierte Vorstandsboss des Fußball-Bundesligisten aus der Mainmetropole das Fazit des völlig missratenen Nikolaustags zog: "Der Tag war in jederlei Hinsicht enttäuschend."

Trotz dieser bitteren Erkenntnis schloss Veh aus, dass er wie vor rund einem Jahr beim VfB Stuttgart seinen Job aufgeben wird. "Die Konsequenz ist natürlich, dass ich weitermache. Das ist ja ganz klar", äußerte der Stuttgarter Meistertrainer von 2007. Auch Bruchhagen geht nicht davon aus, dass Veh trotz vereinzelter "Armin raus"-Rufe die Brocken hinwirft: "Das ist in keinster Weise vorgesehen. Worauf man sich bei Eintracht Frankfurt verlassen kann, das ist die Geschlossenheit."

Das gilt allerdings nicht für Teile der Anhänger. Das Abbrennen von Pyrotechnik, das Verbrennen von Darmstädter Fahnen während der Partie und der gerade noch von den Profis sowie einem massiven Polizeiaufgebot verhinderte Platzsturm werden die Verantwortlichen mindestens jede Menge Geld kosten. "Ich bedauere das sehr, das ist nicht im Sinne der Eintracht. Man kann den Unmut auch anders äußern als auf diese Weise. Das ist sehr enttäuschend", sagte Bruchhagen, der aber als Einziger die Ausschreitungen klar verurteilte.

Auch die Zahlen belegen den Niedergang der "Adler" in den vergangenen Wochen. Die Niederlage in der ersten Partie gegen den Nachbarn seit knapp 34 Jahren war die zweite Derbypleite (1:2 beim FSV Mainz 05 ) innerhalb von acht Tagen.

Die Eintracht wartet seit nunmehr fünf Partien auf einen Sieg, es steht nur ein Dreier aus den zurückliegenden elf Spielen zu Buche. Der Abstand der Frankfurter auf den Relegationsplatz beträgt nur einen Zähler. Für Bruchhagen steht fest, dass sein Club in der Winterpause personell "nachfassen" müsse: "Aber wir werden diese Krise überstehen."