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Dick mit Feingefühl

Kaiserslautern. In der 2. Fußball-Bundesliga warten viele auf die erste Niederlage von Eintracht Braunschweig. Unbesiegt steht die Mannschaft von Trainer Torsten Lieberknecht an der Tabellenspitze. Das wollte der 1. FC Kaiserslautern, der nach eigenem Anspruch selbst an die Spitze gehört, gestern am achten Spieltag ändern

Kaiserslautern. In der 2. Fußball-Bundesliga warten viele auf die erste Niederlage von Eintracht Braunschweig. Unbesiegt steht die Mannschaft von Trainer Torsten Lieberknecht an der Tabellenspitze. Das wollte der 1. FC Kaiserslautern, der nach eigenem Anspruch selbst an die Spitze gehört, gestern am achten Spieltag ändern. Doch die Partie im Fritz-Walter-Stadion vor 33 025 Zuschauern endete 1:1 (1:0).Braunschweig trat in den ersten Minuten so auf, als sei diese Sache mit der Tabellenführung das Normalste der Welt. Von Respekt oder Ehrfurcht vor dem Betzenberg - nichts zu spüren. Der FCK suchte dagegen nach Ordnung im Spiel. Zusätzlich zu den Ausfällen Albert Bunjaku, Alexander Baumjohann und Enis Alushi hatte sich auch noch Mimoun Azaouagh beim Aufwärmen verletzt. Für ihn war Denis Linsmayer in die Startelf gerückt.

Kaiserslautern war in der ersten Viertelstunde mehr mit sich selbst als mit Braunschweig beschäftigt. Erst danach spielte der FCK lustvoller nach vorne. Allerdings auch zu oft zu ungenau. Bis zur 25. Minute: Florian Dick trat zum Freistoß aus 18 Metern an - und ausgerechnet er, sonst eher ein Mann fürs Grobe, traf mit einem herrlichen Schlenzer ins rechte Eck. Der FCK hatte das Spiel nun unter Kontrolle, aber auch Glück, als Mirko Boland in der 33. Minute frei vor dem Tor verzog.

Nach der Pause schlichen sich bei den Gastgebern immer mehr Fehler ein. Viel Krampf und Kampf beherrschte auf beiden Seiten das Spiel - ehe Orhan Ademi auf der rechten Seite an den Ball kam, die FCK-Abwehr stehen ließ und zum 1:1 traf. "Das Tor war nicht so schlimm. Die zehn Minuten vorher waren nicht gut. Da haben wir nicht mehr konsequent nach vorne gespielt, so dass Braunschweig fast zwangsläufig das Tor schießt", sagte Dick verärgert. Nach dem 1:1 fand der FCK nicht mehr zurück ins Spiel. Einmal noch hatte Dick mit einem Kopfball eine Chance, aber Eintracht-Torwart Daniel Divari rettete. Unrühmlicher Höhepunkt war dann die berechtigte Rote Karte für FCK-Debütant Florian Riedel. Er foulte Marc Pfitzner an der Seitenlinie. Riedel trat ihm wie von Sinnen von hinten in die Beine. Trotz allem war Trainer Franco Foda nicht unzufrieden: "Wenn vier Kreativ-Spieler ausfallen, da muss man gegen den Tabellenführer auch mit einem Remis leben." jbö