| 22:03 Uhr

DHB-Auswahl weiter ungeschlagen

 Niclas Pieczkowski wird gleich von zwei Weißrussen in die Mangel genommen. Besonders in der ersten Hälfte zeigte die DHB-Auswahl Schwächen – vor allem in der Abwehr. Foto: murat/dpa
Niclas Pieczkowski wird gleich von zwei Weißrussen in die Mangel genommen. Besonders in der ersten Hälfte zeigte die DHB-Auswahl Schwächen – vor allem in der Abwehr. Foto: murat/dpa FOTO: murat/dpa
Rouen. Die deutschen Handballer bleiben bei der WM auf Kurs. Gegen Weißrussland gelingt der vierte Sieg im vierten Spiel. Für die entscheidende Phase kommt wie erwartet Rückraum-Ass Glandorf nach Frankreich. Nils Bastek,Eric Dobias (dpa)

Dagur Sigurdsson stand mit versteinertem Blick an der Seitenlinie und beobachtete, wie sich seine Jungs nach dem mühevollen 31:25 (16:16)-Arbeitssieg gegen Weißrussland von den Fans feiern ließen. Mit einer weißen Weste und WM-Joker Holger Glandorf gehen die deutschen Handballer ins Gruppenfinale gegen Kroatien, wo sich der Europameister am Freitag aber erheblich steigern muss. "Das wird ein richtiges Brett", prophezeite der zum "Spieler der Partie" gekürte Rückraumschütze Julius Kühn.

Erst dank einer deutlichen Steigerung in der zweiten Halbzeit bestand der Europameister gestern in Rouen den Härtetest gegen die Weißrussen. "Unsere erste Halbzeit war nicht gut genug. Wir waren immer einen Schritt zu spät. Uns fehlte es an Aggressivität, ganz besonders in der Abwehr", grantelte Sigurdsson.

Dennoch sieht er sein Team, in dem Uwe Gensheimer mit acht Toren und Steffen Fäth (6) die besten Werfer waren, für den weiteren Turnierverlauf gewappnet: "Alles in allem sind wir sehr zufrieden mit dem Sieg und bereiten uns jetzt auf Kroatien vor. Das wird ein hartes Spiel, aber wir sind bereit dafür."



Vor der Partie zog Sigurdsson sein WM-Ass aus dem Ärmel und nominierte Glandorf wie erwartet für die Titelkämpfe nach. Schon gegen den EM-Dritten wird das Rückraum-Ass vom Bundesliga-Spitzenreiter SG Flensburg-Handewitt die Bad Boys verstärken. "Wir sind mit nur einem Linkshänder hergekommen. Um die richtige Balance im Team zu halten ist es wichtig, einen weiteren zu haben. Den bekommen wir jetzt", begründete der Bundestrainer seinen Schachzug. "Ich freue mich auf die Spiele und werde Vollgas geben", sagte Glandorf vor seiner Abreise. "Natürlich ist es eine besondere Ehre, bei einer Weltmeisterschaft noch einmal für Deutschland zu spielen. Aber ich bin sicher nicht der Heilsbringer."

Wenn das Comeback des 33-Jährigen mit der ersten deutschen WM-Medaille seit dem Weltmeistertitel 2007 gekrönt werden soll, darf sich die DHB-Auswahl im weiteren Turnierverlauf jedoch nicht solche Schwächen wie in der ersten Halbzeit leisten. "Da hat uns ein wenig die Spannung gefehlt", räumte Rückraumspieler Kai Häfner ein.

Obwohl Paul Drux nach seiner Verletzungspause im rechten Rückraum zurückkehrte und auch Andreas Wolff trotz einer Po-Prellung aus dem Spiel gegen Saudi-Arabien im Tor ran konnte, lief in den ersten 30 Minuten einiges schief - obwohl Patrick Groetzki zum 1:0 traf. Es war das 4000. deutsche WM-Tor der Geschichte. "Wir hatten anfangs Probleme, aber natürlich auch im Hinterkopf, dass das Kroatien-Spiel das wichtigste ist", sagte Wolff.