| 22:23 Uhr

DFB verlangt von Fifa und Uefa Klärung der Technik-Debatte

Sopot. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) erwartet von den internationalen Fußball-Dachverbänden Uefa und Fifa klare Regelungen und Zeitpläne für die Einführung der Torlinientechnik. "Wir bitten um eine eindeutige Definition, was genau ist gewollt, wenn die Torlinientechnologie kommt", sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach

Sopot. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) erwartet von den internationalen Fußball-Dachverbänden Uefa und Fifa klare Regelungen und Zeitpläne für die Einführung der Torlinientechnik. "Wir bitten um eine eindeutige Definition, was genau ist gewollt, wenn die Torlinientechnologie kommt", sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach. Das Präsidium des DFB hat eine Aufstellung der zu klärenden Fragen an die Uefa übergeben. "Wir sind vom Grundsatz her dafür, aber bevor damit angefangen wird, müssen diese Fragen bis zum Ende durchdacht werden", erklärte Niersbach.Am 5. Juli wird das Gremium "International Board", das im Internationalen Fußball-Verband (Fifa) für Regelfragen zuständig ist, in Zürich über die Einführung der Torlinientechnologie entscheiden. "Es muss auch definiert werden, in welchen Spielklassen und in welchen Wettbewerben die Technik eingeführt wird", sagte Niersbach und warnte vor den hohen Kosten, die manche Vereine überfordern könnten. "Soll das nur für die Bundesliga gelten oder auch für den DFB-Pokal und dann für ein Spiel bei Vereinen wie Meuselwitz und Oberneuland? Gilt es in der Europa und der Champions League? Der Kostenaspekt darf nicht außer Acht gelassen werden", sagte der DFB-Präsident. Aus der Fifa heißt es, dass pro Spielfeld rund 500 000 Euro an Kosten entstehen könnten.

Niersbach nahm auch Uefa-Präsident Michel Platini gegen zu harte Kritik in Schutz. Platini habe sich gegen die Technologie für die Torrichter ausgesprochen, weil er befürchte, dass eine neue Technik nur der Einstieg in eine ausufernde Kontrolle von außen sein könne. "Er sagte, wenn wir mit der Torlinientechnologie anfangen, dann sind die nächsten Schritte, dass das Abseits, die Elfmeter, Gelbe und Rote Karten überprüft werden", sagte Niersbach: "Platini will, dass der Fußball menschlich bleibt." dpa