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DFB-Pokal
Die Torwart-Frage und andere Probleme

Gelsenkirchen . Der FC Schalke 04 erlebt in der Bundesliga immer wieder Enttäuschungen. Der DFB-Pokal kommt da gerade recht. dpa

Eigentlich hat Domenico Tedesco schon genug Sorgen. Vor dem DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Fortuna Düsseldorf am heutigen Mittwoch (20.45 Uhr/Sky) musste der junge Trainer jedoch eine für ihn heikle Frage beantworten. Wer steht gegen die Fortuna im Tor? Alexander Nübel, U21-Nationalkeeper und Schalkes neue Nummer 1? Oder doch Kapitän und Fanliebling Ralf Fährmann? Den 30-Jährigen hatte Tedesco kürzlich auf die Bank verwiesen. In den kommenden beiden Bundesliga-Partien muss Fährmann aber ins Tor, weil Nübel nach einer Roten Karte beim 0:2 gegen Gladbach gesperrt wurde.

Zunächst hatte sich Tedesco in dieser Frage unentschlossen gezeigt. Am Dienstag stellte er klar: „Ralf Fährmann wird spielen.“ Entschieden worden sei dies bereits vor dem Platzverweis gegen Nübel. „Da stehe ich zu meinem Wort“, versicherte Tedesco. Was allerdings passiert, wenn Fährmann, der offenbar einen Abgang im Sommer nicht mehr ausschließt, nun drei Mal sehr gut spielt und Nübels Sperre vorbei ist? Dazu sagte Tedesco nichts.

Brisant ist das alles auch, weil es für den Vizemeister in dieser Saison in der Bundesliga alles andere als rund läuft. Momentan hängt der Verein im Niemandsland der Tabelle fest – und den eigenen Ansprüchen weit hinterher. Mit 22 Punkten haben die Königsblauen kurioserweise genauso viele Zähler gesammelt wie ihr Pokal-Gegner am Mittwoch, Aufsteiger Düsseldorf, auf den Schalke in diesem Wettbewerb zum ersten Mal seit mehr als 35 Jahren trifft. Für beide Clubs ist in der Liga die Abstiegsgefahr längst nicht gebannt.



Neben der Torwartfrage beschäftigen die Königsblauen derzeit vor allem Diskussionen um die Jobsicherheit von Manager Christian Heidel, eine zu ungefährliche Offensive und Verletzungssorgen. Tedesco fehlen derzeit unter anderem die Angreifer Breel Embolo und Steven Skrzybski sowie Mittelfeldspieler Alessandro Schöpf. Eine Rückkehr von Mittelstürmer Guido Burgstaller ist auch noch nicht wahrscheinlich. Gegen Düsseldorf könnte zumindest Offensivkraft Amine Harit nach einem Muskelfaserriss wieder zum Aufgebot stoßen. Unsicher ist kurzfristig auch noch der Einsatz von Verteidiger Matija Nastasic, der über Wadenprobleme klagt. Für ihn könnte Wolfsburg-Leihgabe Jeffrey Bruma auflaufen. Aber nach einem echten, durchdachten Plan in der Kaderplanung sieht das alles nicht aus, weswegen der Unmut bei den Fans immer weiter wächst.

Trotz all dem ist der DFB-Pokal für die Königsblauen, die im Champions-League-Achtelfinale gegen Manchester City spielen müssen, eine gute Chance, um aus dieser schwierigen Saison noch eine Erfolgsgeschichte zu machen. Laut Tedesco aber nicht die letzte: „Es würde bedeuten, dass wir jetzt in der Liga keine Ambitionen mehr haben, das ist nicht der Fall“, sagte er.

Für den Einzug seines Teams ins Viertelfinale spricht, dass Düsseldorf seit Mai 1997 nicht mehr auf Schalke gewinnen konnte. Und zumindest Tedesco hat aus den vergangenen vier Liga-Partien, aus denen Schalke sieben Punkte holte, Mut geschöpft. „Grundsätzlich haben wir jetzt eine gute Struktur in der Mannschaft.“ Das glaubt allerdings nicht jeder.