| 22:51 Uhr

1. FC Kaiserslautern
Kein Pokalfieber bei den Roten Teufeln?

  Wenig Euphorie vor dem Pokalderby? Laut FCK-Sportchef Martin Bader blicken die Anhänger der Roten Teufel der Partie gegen Mainz gelassen entgegen.
Wenig Euphorie vor dem Pokalderby? Laut FCK-Sportchef Martin Bader blicken die Anhänger der Roten Teufel der Partie gegen Mainz gelassen entgegen. FOTO: dpa / Uwe Anspach
Kaiserslautern/Mainz. Welten lagen früher zwischen dem FCK und dem kleinen Karnevalsverein Mainz. Im Pokal-Derby sind die 05er nun klarer Favorit.

Das ewige Duell David gegen Goliath löst für gewöhnlich beim Herausforderer ein besonderes Kribbeln aus. Vor dem ersten Rheinland-Pfalz-Derby seit mehr als sieben Jahren zwischen dem in die Drittklassigkeit abgestürzten 1. FC Kaiserslautern und dem Fußball-Bundesligisten FSV Mainz 05 sieht das etwas anders aus. Während der Favorit aus der Landeshauptstadt seit Tagen dem Erstrundenspiel im DFB-Pokal auf dem Betzenberg entgegenfiebert, geben sich die Roten Teufel betont gelassen.

„Wir freuen uns auf 90 Minuten Kampf und Emotionen auf dem Rasen. Man spürt, dass das Spiel die Region elektrisiert. Wir sind heiß“, sagte FSV-Sportvorstand Rouven Schröder am Donnerstag. Kaiserslauterns Sport-Geschäftsführer Martin Bader erklärte dagegen: „Elektrisieren tut dieses Spiel eher die Mainzer, von deren Seite wird es viel höher gehangen. Unsere Fans fiebern dem Derby gegen Mannheim deutlich mehr entgegen.“ Mit dem Aufsteiger kreuzt der FCK am
1. September in der 3. Liga die sportlichen Klingen.

Dennoch wollen die Pfälzer am Samstag (15.30 Uhr/Sky) dem Favoriten natürlich ein Bein stellen. „Wir sind in der Underdog-Rolle. Aber wir werden uns wehren und nicht vor Ehrfurcht erstarren“, kündigte FCK-Trainer Sascha Hildmann an.



Für 05-Trainer Sandro Schwarz zählt nur ein Sieg. „Wir nehmen die Rolle an und wollen das auf dem Platz mit viel Mentalität und guter Leistung auch darlegen“, sagte der 40-Jährige. Zugleich warnte er vor einer Unterschätzung des Gegners: „Lautern hat einen guten Saisonstart hingelegt. Wir müssen einen kühlen Kopf bewahren.“

Zuletzt standen sich die Rivalen im Februar 2012 in der Bundesliga gegenüber. Mainz gewann damals mit 4:0. Im Pokal standen sich beide Teams bisher dreimal gegenüber. 1989 und 2001 setzte sich der FCK durch, 2005 hatte der FSV im Elfmeterschießen das bessere Ende.

Über 40 000 Zuschauer – davon rund 6000 aus Mainz – werden im Fritz-Walter-Stadion für eine heiße Atmosphäre sorgen. Sowohl Hildmann als auch Schwarz erwarten eine „sehr emotionale Partie“. Kein Wunder, sind beide Trainer in ihren Vereinen doch tief verwurzelt: Hildmann ist in Kaiserslautern geboren, Schwarz in Mainz.

Danny Latza wird die 05er als neuer Kapitän anführen. Die vorerst letzten Neuzugänge – Stürmer Taiwo Awoniyi vom FC Liverpool und Innenverteidiger Jeremiah St. Juste von Feyenoord Rotterdam – könnten schon im Aufgebot stehen. „Wir werden die Eindrücke aus dem Training auf uns wirken lassen“, sagte Schwarz. „Aber von Beginn an werden sie nicht spielen.“

So wird wohl Edimilson Fernandes einziger Neuer in der Mainzer Startelf sein. Nicht zur Verfügung steht beim FSV unter anderem der Ex-Lauterer Philipp Mwene. Die Personalsituation in Kaiserslautern hat sich unterdessen entspannt. Angreifer Christian Kühlwetter ist nach überstandener Mandelentzündung wieder wie Sommerneuzugang Simon Skarlatidis einsatzbereit. Der Flügelspieler steht nach seiner auskurierten Knieverletzung erstmals im Kader.

Vor dem Derby hat die Polizei die Fans beider Lager vor Ausschreitungen gewarnt. „Krawallmacher müssen mit harten Geld- oder sogar Haftstrafen rechnen“, kündigte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Kaiserslautern an. Die Sicherheitskräfte rechneten mit einem insgesamt friedlichen Verlauf. Konkrete Hinweise auf Krawall gebe es nicht. „Wir sind aber auch vorbereitet“, sagte der Sprecher.