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Ski alpin
Auch Ferstl rast knapp an der Medaille vorbei

 Josef Ferstl versucht alles, fährt couragiert, aber letztlich fehlen ihm 0,30 Sekunden zu einer Medaille im Super-G bei der WM in Are.
Josef Ferstl versucht alles, fährt couragiert, aber letztlich fehlen ihm 0,30 Sekunden zu einer Medaille im Super-G bei der WM in Are. FOTO: dpa / Michael Kappeler
Are. Der 30-Jährige landet beim Super-G der WM in Are auf Platz sechs. Der Südtiroler Dominik Paris siegt. sid

„Mann!“, schimpfte Josef Ferstl wütend, legte den Kopf in den Nacken und verzog zerknirscht das Gesicht. Der Kitzbühel-Sieger schrie in die eiskalte Luft am Berg Areskutan, doch sein Ärger über Platz sechs beim WM-Super-G war schnell verraucht. „Klar, es zählen die Medaillen, da kann man sagen, das habe ich verhauen“, meinte er: „Aber ich bin eigentlich happy.“

0,39 Sekunden fehlten dem 30-Jährigen zu seinem Kumpel Dominik Paris, der in Schweden die erste Männer-Goldmedaille abräumte, 0,30 Sekunden auf die zeitgleichen Silbermedaillengewinner Johan Clarey (Frankreich) und Vincent Kriechmayr (Österreich). „Das Glück“, sagte Ferstl auch mit Blick auf den vierten Rang von Viktoria Rebensburg im Super-G am Vortag, „das Glück ist bisher nicht auf unserer Seite. Aber bei der WM Top sechs – da kann ich zufrieden sein.“

Statt sich weiter zu ärgern, freute sich Ferstl daher lieber mit seinem Freund Paris. „Domi ist ein guter Freund von mir, ein super Kerl“, sagte er. 



Paris, ein Freund des grimmig-aggressiven Death Metal, zeigte, dass er beim Skifahren sehr gefühlvoll vorgehen kann. Denn genau das erforderte die nicht leichte Piste in Are. „Die Freude ist riesig“, sagte der 29-Jährige: „Ich hab lange gezittert und erst nicht gedacht, dass es reicht.“

Auch Ferstl machte seine Ankündigung wahr, fuhr couragiert, erlaubte sich keinen schlimmen Patzer, nur „kleine Fehler“, wie er meinte: „Aber die sind immer drin, wenn man schnell fahren will“.

Nach einem Tag ohne Wettkämpfe wird die Alpin-WM am morgigen Freitag mit der Kombination der Frauen fortgesetzt. Am Samstag steht dann die Abfahrt der Männer, am Sonntag die Abfahrt der Frauen und damit das letzten Rennen in der Karriere der US-Amerikanerin Lindsey Vonn auf dem Programm.