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DFB-Pokal
Der BVB will sein Liga-Gesicht zeigen

  Lucien Favre stand zwei Mal in dieser Saison im Pokal an der Seitenlinie von Borussia – zwei Mal mühte sich seine Mannschaft eine Runde weiter.
Lucien Favre stand zwei Mal in dieser Saison im Pokal an der Seitenlinie von Borussia – zwei Mal mühte sich seine Mannschaft eine Runde weiter. FOTO: dpa / Jan Woitas
Dortmund. Die bisherigen Pokalauftritte von Dortmund waren mäßig. Gegen Bremen soll heute im Achtelfinale eine Steigerung her. dpa

In der Bundesliga famos, im Pokal dürftig: Borussia Dortmund zeigte in den beiden nationalen Wettbewerben bisher zwei unterschiedliche Gesichter. Nach glücklichen Siegen über die Zweitligisten Greuther Fürth (2:1) und Union Berlin (3:2) ist der Liga-Primus gewarnt. Ohne eine Leistungssteigerung im Heimspiel gegen Werder Bremen am heutigen Dienstag (20.45 Uhr/ARD) droht dem viermaligen Pokalsieger das zweite Achtelfinal-Aus in Serie. „Wir müssen uns konzentrieren. Bremen ist immer sehr gut organisiert“, warnte Dortmunds Trainer Lucien Favre.

Sowohl beim Erstrundenspiel in Fürth als auch beim Heimsieg über den 1. FC Union entging der Revierclub einer drohenden Blamage erst in der Verlängerung. Die Erinnerungen an das letzte Pokal-Duell mit den Bremern sind auch nicht die Besten. Schließlich entschied Werder das Achtelfinale im Januar 2009 in Dortmund mit 2:1 für sich. Auf einen Spaziergang in das Viertelfinale können die Dortmunder auch diesmal nicht hoffen. Schließlich steht der Gegner im Ruf, eine Pokalmannschaft zu sein. 28 Mal standen die Bremer im Viertelfinale, zehn Mal im Endspiel und gewannen den Wettbewerb sechs Mal.

Trainer Florian Kohfeldt hofft auf einen ähnlich couragierten Auftritt seines Teams in Dortmund wie im Dezember: „Wir hatten in der Liga einen guten Auftritt in Dortmund – der endete aber mit 1:2. Die Grundeigenschaft, die wir an diesem Tag gezeigt haben, werden wir auch morgen brauchen: Und das ist Mut.“ Frank Baumann pflichtete bei: „Das ist eine große Hürde. Aber das ist auch eine große Chance, wenn morgen ganz Fußball-Deutschland auf uns schaut“, sagte der Bremer Sportchef mit Bezug auf die TV-Übertragung in der ARD.



Zwei vom Namen her große Clubs hoffen schon ab 18.30 Uhr auf das große Pokalglück. Zusammengerechnet sieben Mal haben sie den DFB-Pokal bereits gewonnen, 15 deutsche Meisterschaften haben sie gefeiert. Doch wenn der Hamburger SV und der 1. FC Nürnberg um den Einzug in das Pokal-Viertelfinale kämpfen, ist es das Duell zweier Traditionsclubs, die ihre besten Jahre hinter sich haben. Der einstige Bundesliga-Dino aus der Hansestadt kämpft als Tabellenführer der 2. Bundesliga um die Rückkehr ins Oberhaus, die zur Fahrstuhlmannschaft gewordenen Franken stehen dort auf Rang 17 und wollen den erneuten Absturz in die Zweitklassigkeit vermeiden.

„Der DFB-Pokal ist Kult, da wollen wir uns reinbeißen. Dass wir im Achtelfinale stehen, ist schon gut, das Viertelfinale wäre ein Höhepunkt“, sagte HSV-Trainer Hannes Wolf. Nürnbergs Trainer Michael Köllner sagte: „Wir wollen weiterkommen.“ Dafür bräuchte sein Team allerdings einen guten Plan und müsse kompakt auftreten.

Zweitligist 1. FC Heidenheim glaubt zeitgleich fest an seine Außenseiterchance und will sich vom 3:1 von Bayer Leverkusen gegen Rekordmeister FC Bayern München nicht beeindrucken lassen. „Dass Leverkusen gegen Bayern gewonnen hat, konnten wir ja nicht beeinflussen“, sagte Trainer Frank Schmidt: „Wir wollen einen absoluten Pokalkampf liefern.“ Schmidt lobte vor allem das Offensivspiel des Bundesligisten. „Die Art und Weise, wie Bayer spielt, wird viel Stress erzeugen“, sagte Schmidt. Sein Team werde sich aber nicht verstecken, kündigte der FCH-Trainer an, „denn das wäre aus meiner Sicht zum Scheitern verurteilt.“ Mit dem 1:0 über Dynamo Dresden war dem Tabellenvierten der 2. Bundesliga selbst ein Erfolgserlebnis vor dem DFB-Pokal-Spiel gelungen.