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DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Werder Bremen
Wiederholt sich Schalker Geschichte?

 Gewusst, wie: Trainer Huub Stevens gewann schon 2001 und 2002 mit Schalke den Pokal.
Gewusst, wie: Trainer Huub Stevens gewann schon 2001 und 2002 mit Schalke den Pokal. FOTO: dpa / Bernd Thissen
Gelsenkirchen. DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Bremen könnte eine verkorkste Saison noch retten. sid/dpa

Mit selten gewordenem Rückenwind aus der Bundesliga will Vizemeister Schalke 04 im DFB-Pokal seine letzte Chance auf einen Europacup-Platz „durch die Hintertür“ wahren. Bei einem Erfolg im Viertelfinale an diesem Mittwoch (20.45 Uhr/ARD und Sky) im Erstliga-Duell der Pokalspezialisten mit Werder Bremen würden den Königsblauen nur noch zwei weitere Erfolge fehlen, um eine völlig verkorkste Saison doch noch zu retten. Es winkt schließlich der sechste Cup-Triumph.

„Wir können froh sein, dass wir die Möglichkeit bekommen, ein gutes Resultat zu erzielen. Die Spieler möchten ins Endspiel, das ist etwas Besonderes“, sagte S04-Trainer Huub Stevens. Das 1:0 bei Hannover 96 am Sonntag hat Auftrieb gegeben. Doch auch die Grün-Weißen haben zehn Jahre nach ihrem sechsten und bislang letzten Pokal-Triumph Heißhunger und wollen ihren Höhenflug auf den sechsten Tabellenplatz im Pokal durch den 21. Einzug ins Halbfinale fortsetzen. „Wir wollen so schnell wie möglich da unten raus, aber gegen Bremen ist Pokal mit einer besonderen Spannung“, sagt Stevens.

Womöglich wiederholt sich sogar die Geschichte der Spielzeiten 2009/2010 und 2010/2011. Mit dem damaligen Trainer Ralf Rangnick wurden die Königsblauen 2010 deutscher Vizemeister und stürzten im Jahr darauf in einer völlig verkorksten Saison auf Rang 14 ab. Der 5:0-Sieg im DFB-Pokalfinale 2011 in Berlin gegen den damaligen Zweitligisten MSV Duisburg übertünchte seinerzeit eine chaotische Phase der Club-Historie.



An eine Rotation im Vergleich zum ersten Liga-Erfolg seit dem 20. Januar in Hannover, durch den Schalke bei sechs Punkten Vorsprung auf die Abstiegszone zumindest kurz durchatmen kann, denkt der 65-Jährige offenbar nicht. Er werde keine Spieler für das wichtige Bundesliga-Duell am Samstag mit dem schon ausgeschiedenen Cupverteidiger Eintracht Frankfurt schonen, sagt Stevens: „Das wäre nur ein Alibi.“ Ob Kapitän Ralf Fährmann oder der zuletzt überragende U21-Nationaltorwart Alexander Nübel im Kasten stehen werden, ist noch unklar.

Seine Erinnerungen an die Pokalsiege mit Schalke 2001 und 2002 hält der Coach dabei aber nicht wirklich für zusätzliche Motivationsspritzen: „Was ich erlebt habe, ist nicht wichtig und die Vergangenheit auch nicht. Das war eine andere Zeit.“ Im Hier und Jetzt steht Stevens der zuletzt angeschlagene Angreifer Guido Burgstaller wieder zur Verfügung.

Reichlich Klasse bescheinigt Stevens den Bremern um den Trainer des Jahres Florian Kohfeldt und den momentan stark auftrumpfenden Torjäger Max Kruse. „Kruse ist aber nur einer von elf Spielern, die anderen leisten auch gute Arbeit“, mahnte der „Knurrer von Kerkrade“ zu Konzentration.