| 22:20 Uhr

5:4-Sieg im Viertelfinale gegen Heidenheim
Bayern wenden Pokalblamage ab

 Robert Lewandowski (r.) traf gegen Heidenheim doppelt für die Bayern, sein 5:4 war das Siegtor. Und auch Serge Gnabry erzielte einen Treffer.
Robert Lewandowski (r.) traf gegen Heidenheim doppelt für die Bayern, sein 5:4 war das Siegtor. Und auch Serge Gnabry erzielte einen Treffer. FOTO: dpa / Matthias Balk
München. Münchner gewinnen verrücktes Viertelfinale gegen Heidenheim in Unterzahl mit 5:4. sid

Bayern München hat sich in einem DFB-Pokalspiel für die Geschichtsbücher ins Halbfinale gequält und eine der größten Blamagen der Vereinsgeschichte abgewendet. Der Rekordmeister setzte sich drei Tage vor dem Bundesliga-Gipfel gegen Borussia Dortmund in einer dramatischen Partie gegen den tapferen Zweitligisten 1. FC Heidenheim mit 5:4 (1:2) durch. Robert Lewandowski sorgte erst in der 84. Minute per Handelfmeter für die Entscheidung.

Auch wegen einer über 75-minütigen Unterzahl ließ Bayern aber jede Souveränität vermissen und erreichte die Runde der letzten Vier nur dank seiner individuellen Klasse. Eine Bewerbung für einen Sieg gegen den BVB am Samstag war dieser Abend aber keineswegs.

Als Leon Goretzka (12.) das frühe 1:0 erzielte, sah alles nach einem normalen Spielverlauf aus, dann erhielt Niklas Süle (15.) wegen einer Notbremse die Rote Karte, und der krasse Außenseiter witterte eine Chance. FCH-Torjäger Robert Glatzel (26.) egalisierte das Spiel, und Heidenheim-Legende Marc Schnatterer (39.) brachte die Gäste sogar in Führung.



Erst Thomas Müller (53.) gelang das 2:2, bevor der eingewechselte Lewandowski (56.) und Serge Gnabry (66.) scheinbar den Weg in die nächste Runde ebneten. Dann jedoch schlug erneut Glatzel zu, erst zum 3:4 (74.) und dann per Foulelfmeter zum 4:4 (77.). Der Schlusspunkt war jedoch Lewandowski vorbehalten.

Die Münchner präsentierten sich allerdings in Unterzahl bis zur Halbzeit außer Rand und Band, ohne Struktur und Konzept. Erst die Einwechslungen von Kingsley Coman und eben Lewandowski (46.) rüttelten den FC Bayern wach, nun waren Wille und Entschlossenheit zu erkennen, aber in der Defensive blieben weiterhin die Fehler nicht aus.

Die Dortmunder dürften nach dem Studium dieses Pokal-Viertelfinales noch selbstbewusster und motivierter zum Rivalen reisen. Nach dem Achtelfinal-Aus in der Champions League fehlte nicht viel, und auch der zweite mögliche Titel für die Mannschaft von Trainer Niko Kovac wäre futsch gewesen.

Nach druckvollem Beginn der Bayern samt Führung nutzte Schnatterer noch vor der Pause einen Konter eiskalt zum 2:1, eine riesige Sensation lag in der Luft. Die Bayern drängten nach dem Wechsel nach vorne, der taktisch exzellent eingestellte Zweitligasechste warf sich mit allen Mitteln entgegen. Selbst nach dem 2:4 steckten die Gäste nicht auf und verdienten sich in einer dramatischen Schlussphase höchsten Respekt.