| 23:10 Uhr

Deutschlands torlose Torjäger

 Im Gleichschritt: Lukas Podolski (links) und Miroslav Klose laufen ihrer Form hinterher. Klose ist beim FC Bayern Ersatz. Foto: dpa
Im Gleichschritt: Lukas Podolski (links) und Miroslav Klose laufen ihrer Form hinterher. Klose ist beim FC Bayern Ersatz. Foto: dpa
Köln. Beim Einstand des neuen Bayern-Stars Arjen Robben zählte Miroslav Klose zu den Verlierern. Und Lukas Podolski schiebt mit dem 1. FC Köln Frust im Tabellenkeller. Am Status der in der Fußball-Bundesliga torlosen Torjäger in der deutschen Nationalmannschaft ändert das nichts. Bei Bundestrainer Joachim Löw stehen "Miro" und "Poldi" hoch im Kurs Von Arne Richter und Klaus Bergmann (dpa)

Köln. Beim Einstand des neuen Bayern-Stars Arjen Robben zählte Miroslav Klose zu den Verlierern. Und Lukas Podolski schiebt mit dem 1. FC Köln Frust im Tabellenkeller. Am Status der in der Fußball-Bundesliga torlosen Torjäger in der deutschen Nationalmannschaft ändert das nichts. Bei Bundestrainer Joachim Löw stehen "Miro" und "Poldi" hoch im Kurs. "Es gibt keine Gründe für uns, in irgendeiner Form etwas infrage zu stellen", erklärte Löw gestern in Köln. Klose habe in der Nationalelf "über viele Jahre immer seine Leistung gebracht". Und um Podolski macht er sich ohnehin keine Sorgen: "Er wird wieder auf die richtige Spur kommen." Für die Weltmeisterschaft 2010 gibt es sechs Kandidaten im Sturm. Klose, Torschützenkönig der WM 2006 (fünf Treffer), hat in 89 Länderspielen 45 Treffer erzielt - 0,51 pro Spiel. Podolski hat eine minimal bessere Quote (33 Tore/0,52). Dahinter folgt Bayern Münchens Mario Gomez (10 Tore/0,38). Der verletzte Patrick Helmes (1/0,08) von Bayer Leverkusen sowie die torlosen Cacau (VfB Stuttgart) und der nicht nominierte Stefan Kießling (Leverkusen) stehen am Anfang ihrer Nationalmannschaftskarriere. Löw will sich bei Klose und Podolski nicht von Momentaufnahmen leiten lassen, sondern glaubt an deren Qualitäten: "Durch den Rost wird Miroslav bei Bayern nicht fallen, weil er ein Klassestürmer ist. Ich denke, die Bayern tun gut daran, wenn sie den Kader für die vielen Aufgaben, die sie haben, so bestücken, dass sie auch alle Möglichkeiten haben. Sie haben viele Spiele, viele Ziele und werden alle Spieler brauchen." International seien 20 gleichwertige Akteure Standard: "Wer in der Champions League bis zum Ende dabei sein will, braucht so einen Kader."Für Podolski sieht Löw nach der Rückkehr aus München zum 1. FC Köln neue Zeiten anbrechen: "Er spielt hier eine andere Rolle. Da lastet Druck auf seinen Schultern." Der Stürmer habe im Nationaldress aber immer gute Leistungen gezeigt - gerade bei allen großen Turnieren seit dem Confederations Cup 2005. "Er hat ein großes Potenzial und ist noch nicht ausgereift", sagte Löw. Die Rückkehr nach Köln sei "für Lukas der richtige Schritt" gewesen. Am Fitnesstest der Nationalspieler im Kölner Südstadion konnte Podolski gestern wegen muskulärer Wadenprobleme nicht teilnehmen. Er soll aber am kommenden Samstag in Leverkusen im Testspiel gegen Südafrika (20.45 Uhr/ZDF) einsatzfähig sein. Während Podolski in Köln gesetzt ist, erlebt Klose in München das Reservisten-Risiko. "Es gibt bei einem Top-Verein auch Härtefälle. Am Wochenende hat es Miro getroffen", erklärte Bayern-Kapitän Philipp Lahm. Mit Arjen Robben rechts und Franck Ribéry links habe man nun die Möglichkeit, 4-3-3 zu spielen. "Jetzt sind wir sehr variabel", sagte Lahm, "aber die Saison ist lang, da werden alle Spieler gebraucht". Auch Mario Gomez schreibt Klose im Verein nicht ab: "Miro weiß, dass er ein wichtiger Spieler ist." Löw werden ohnehin zu schnell Grundsatzurteile gefällt: "Es ist in Deutschland so, dass wenn ein Spieler einmal nicht spielt, alles aufschreit und man alle Szenarien an die Wand malt."