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Deutschland will EM 2024 austragen

Köln. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) versprüht großen Optimismus, 2017 den Zuschlag als Gastgeber der Europameisterschaft 2024 zu erhalten. sid

Die deutsche Europameisterschafts-Gastgeberrolle 2024 rückt immer näher. "Unter dem Strich glaube ich, dass wir sehr, sehr gute Chancen auf die Ausrichtung der EM 2024 haben", sagte DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock der "Sport Bild" und plauderte den möglichen Deal mit dem Mitbewerber England aus: "Wir haben mit ihnen darüber gesprochen, dass sie auf die EM 2024 verzichten könnten und unsere Bewerbung unterstützen. Wir würden dafür auf die Finalspiele der EM 2020 verzichten und England bei einer Bewerbung um die EM 2028 unterstützen." Die Entscheidung über die EM-Endrunde in acht Jahren soll 2017 fallen.

Vieles deutet also darauf hin, dass hinter den Kulissen an einem solchen Modell gearbeitet wurde, um die deutschen Chancen bezüglich der EM-Endrunde 2024 zu erhöhen. Deutschland würde seinerseits zugunsten Londons auf die Bewerbung für die in München geplanten drei Finalspiele der Euro 2020 verzichten.

Entschieden wird durch das Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union (Uefa) am 19. September 2017 in Genf. Deutschland war bislang nur 1988 EM-Gastgeber, hinzu kamen die Ausrichterrollen bei den WM-Endrunden 1974 und 2006. 2020 wird die EM als paneuropäisches Turnier ausgetragen.

Sandrock stellte zum möglichen Deal mit England aber klar: "Ein Rückzug unserer Bewerbung für die drei Finalspiele der EM 2020 käme für uns nur dann infrage, wenn wir sicher sein können, die EM 2024 zu bekommen." Er und DFB-Präsident Wolfgang Niersbach "haben in den vergangenen Wochen und Monaten viele Gespräche mit der Uefa und anderen Nationalverbänden geführt, um auszuloten, inwieweit unsere Bewerbung für 2024 unterstützt wird. Wichtig ist dabei die Linie der Engländer, die zuletzt 1996 EM-Gastgeber waren", sagte Sandrock.

Zurückhaltender als sein "General" Sandrock hatte sich erst am Dienstag der DFB-Chef geäußert. "Ich kann nur bestätigen, dass es unser großes Ziel ist, die gesamte Euro 2024 in Deutschland auszutragen", hatte Wolfgang Niersbach gesagt. Einen möglichen Interessenkonflikt aufgrund einer deutschen Bewerbung für die Olympischen Sommerspiele im gleichen Jahr schloss er aus. "Diese Bewerbung (des Deutschen Olympischen Sportbundes, d. Red.) hat unsere große Sympathie", sagte Niersbach: "Es gibt keinen Wettbewerb und keine Konkurrenten."

Die Euro 2020 wird in sechs Jahren in 13 europäischen Städten ausgetragen, um den 60. Geburtstag der EM-Turniere zu feiern. "Eine Ausnahme", betonte Niersbach.