| 22:30 Uhr

Stefan Kuntz ist zufrieden
Die neue U21 macht Kuntz Spaß

 Ganz genau unter die Lupe nimmt U21-Trainer Stefan Kuntz seine neuen Spieler, während Luca Kilian das Tor zum 2:0 gegen Griechenland bejubelt.
Ganz genau unter die Lupe nimmt U21-Trainer Stefan Kuntz seine neuen Spieler, während Luca Kilian das Tor zum 2:0 gegen Griechenland bejubelt. FOTO: dpa / Robert Michael
Zwickau. Dennoch sieht der Trainer vor dem EM-Qualispiel am Dienstag in Wales auch noch Baustellen. sid

Nach der gelungenen Generalprobe stieg Stefan Kuntz gut gelaunt in den Teambus und widmete sich in Ruhe seinem Handy. Wahrscheinlich hatte der U21-Coach viele Glückwünsche abzuarbeiten, nachdem sich seine neu formierte Mannschaft beim 2:0 (1:0) über Griechenland gut verkauft und für das wichtige Qualifikationsspiel am Dienstag in Wales reichlich Selbstvertrauen getankt hatte.

„Dafür, dass sie zum ersten Mal zusammengespielt haben, war es okay“, sagte Kuntz. Der Europameister von 1996 lobte seine Schützlinge für ihre Spielfreude und ihren Mut, in Sachen Stabilität und Präzision gebe es hingegen noch Nachholbedarf, „aber dafür machen wir ja solche Tests“, fügte der Trainer des deutschen Fußballnachwuchses zufrieden an.

19 neue Spieler musste Kuntz 67 Tage nach der Niederlage im EM-Finale gegen Spanien integrieren, in Torwart Markus Schubert (Schalke 04), Kapitän Johannes Eggestein (Weder Bremen) und Stürmer Lukas Nmecha (VfL Wolfsburg) waren ihm nur drei Spieler aus dem EM-Kader geblieben. „Sie sind etwas ruhiger als die alte Mannschaft“, sagte Kuntz, „aber das wird sich in nächster Zeit bestimmt noch ändern.“



Auch die Spieler atmeten nach dem ungefährdeten Sieg auf. Die Griechen mussten nach einer Roten Karte ab der 37. Minute zu zehnt auskommen. „Wir haben einen guten Start hingelegt. Ich denke, wir sind gegen Wales gut gewappnet“, sagte der Mainzer Ridle Baku. „Wir haben noch nicht viel miteinander gespielt, aber dafür läuft es gut“, ergänzte Nmecha.

Nemcha hatte Kuntz erst vor einem halben Jahr dazu überredet, vom englischen zum deutschen Verband zu wechseln. Gegen die Griechen erzielte der von Manchester City an den VfL Wolfsburg ausgeliehene Stürmer endlich sein erstes Tor im DFB-Trikot. „Für einen Stürmer gibt es nichts Besseres als Tore. Ich hoffe, er kriegt in Wolfsburg genug Einsatzzeiten“, sagte der Saarländer Kuntz. Den zweiten Treffer hatte der Heidenheimer Niklas Dorsch (58.) erzielt. Ebenfalls zur zentralen Achse der neuen Mannschaft gehört Eggestein, der sie als Kapitän aufs Feld führte. In der vergangenen Saison spielte der Bremer noch mit seinem Bruder Maximilian zusammen in der U21, nun muss er es alleine richten – und das als Kapitän. „Ich habe vorher mit Maxi gesprochen. Er hat sich für mich gefreut, dass ich Kapitän bin“, berichtete der jüngere der beiden Brüder.

Im Tor macht sich der Schalker Schubert Hoffnungen auf die Rolle der Nummer eins. „Er hat einen leichten Vorsprung gegenüber den anderen, weil er bei der EM schon dabei war“, sagte der 56-jährige Kuntz. Trotz des gelungenen Einstands forderte er für die Partie am Dienstag im walisischen Wrexham eine weitere Steigerung. „Dort wird uns bestimmt mehr abverlangt, vor allem, was den körperlichen Einsatz angeht.“