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Handball-WM
Mit Rückenwind ins Medaillenrennen

 Deutschlands Torhüter Silvio Heinevetter jubelt. Der 34-Jährige durfte bei dieser WM zum ersten Mal von Beginn an spielen und zeigte eine starke Leistung. Stammtorhüter Andreas Wolff wurde geschont.
Deutschlands Torhüter Silvio Heinevetter jubelt. Der 34-Jährige durfte bei dieser WM zum ersten Mal von Beginn an spielen und zeigte eine starke Leistung. Stammtorhüter Andreas Wolff wurde geschont. FOTO: dpa / Soeren Stache
Berlin. Die deutsche Handball-Nationalmannschaft stimmt sich mit lockerem 31:23-Sieg gegen Serbien auf die WM-Hauptrunde ein. sid

Ungeschlagen und mit frischem Rückenwind ins Medaillenrennen: Die deutschen Handballer haben sich mit einem lockeren 31:23 (16:12) im letzten Vorrundenspiel gegen Serbien für die WM-Hauptrunde warmgeworfen. Mit ihrem dritten Sieg tankte die Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop vor dem an diesem Samstag in Köln beginnenden Kampf ums Halbfinale weiteres Selbstvertrauen und sparte dank einiger Personalrochaden wertvolle Kräfte.

„Wir wollten mit einem Sieg Dankeschön an Berlin sagen. Das waren fünf fantastische Spiele hier, zehn fantastische Tage. Es war eine schwere Vorrundengruppe. Dass wir so durchgehen und drei Punkte mitnehmen, ist eine tolle Sache“, sagte Prokop in der ARD.

Die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) startet mit 3:1 Punkten in die zweite Turnierphase und hat eine Medaille fest im Visier. Mit Europameister Spanien, Mitfavorit Kroatien und Island warten aber schwere Aufgaben auf den dreimaligen Weltmeister. Bester deutscher Werfer gegen die Serben in der mit 13 500 Zuschauern ausverkauften Arena am Ostbahnhof war Matthias Musche mit fünf Toren. Silvio Heinevetter vertrat Andreas Wolff im Tor zudem glänzend.



Die wichtigste Nachricht erreichte das DHB-Team schon vor dem Anwurf. Nach Brasiliens 35:26-Sieg gegen Korea war klar, dass der Co-Gastgeber mit einer sehr guten Ausgangsposition in die Hauptrunde startet.

Prokop gönnte einigen seiner Topspieler daher einige Auszeiten. Heinevetter erhielt erstmals bei diesem Turnier den Vorzug gegenüber Wolff, Kapitän Uwe Gensheimer durfte nach nicht einmal einer Viertelstunde auf der Bank Platz nehmen. Für den verletzten Rückraumspieler Steffen Weinhold (Adduktorenzerrung) stand der Leipziger WM-Debütant Franz Semper in der Startformation.

Prokop wechselte aber nicht nur sein Personal munter durch, auch im taktischen Bereich probierte der Bundestrainer mit Blick auf die wegweisenden Spiele einiges aus. Seine Mannschaft fand nach Startproblemen aber schnell in die Spur. Gensheimer glich mit seinem 30. Turniertor zum 4:4 aus (9.), Kreisläufer Patrick Wiencek sorgte eine Minute später in Überzahl für die erste Führung.

Ins Spiel der DHB-Auswahl schlichen sich zwar immer mal wieder einige Konzentrationsschwächen ein, doch bis zur Pause baute der Gastgeber seinen Vorsprung auf vier Tore aus. „Die ersten zehn Minuten waren etwas zaghaft. Danach haben wir den Schlüssel gefunden“, sagte Roggisch nach den ersten 30 Minuten.

Auch in der zweiten Halbzeit benötigte der Europameister von 2016 eine kurze Anlaufzeit. Semper erzielte erst in der 35. Minuten den ersten Treffer. Der bisher so eiskalte Gensheimer scheiterte zudem zweimal beim Siebenmeter. Jannik Kohlbacher machte es aber besser und sorgte beim 20:15 für den ersten Fünf-Tore-Vorsprung (42.).

Prokop experimentierte danach weiter, es gelang aber nicht alles. Als Heinevetter sein Tor für einen weiteren Feldspieler räumte, erzielte Serbien drei Treffer. Vereinzelte Pfiffe waren danach zu hören. Doch am Ende wurden die Spieler von den Fans mit viel Applaus verabschiedet.