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Biathlon
Deutsche Biathlon-Staffel mit zehn Nachladern chancenlos

Ruhpolding. Am Sonntag endet der Heim-Weltcup in Ruhpolding.

Simon Schempp quälte sich mit verbissener Miene die Anstiege hoch, die Enttäuschung der deutschen Biathleten konnte der Schlussläufer aber trotzdem nicht verhindern: Im letzten Staffelrennen vor den Olympischen Spielen in Pyeong­chang haben Schempp und Co. das angepeilte Podest klar verpasst. Das deutsche Quartett mit Erik Lesser, Benedikt Doll Arnd Peiffer und Schempp musste sich mit dem vierten Platz begnügen.

„Man schaut natürlich zum Podium, wir wollen nicht Fünfter, Sechster oder Siebter werden“, sagte Schempp: „Ich wollte etwas riskieren, es ist mir aber nicht geglückt. So viele Nachlader, das ist nicht das Gelbe vom Ei.“ Bundestrainer Mark Kirchner meinte: „Ich glaube, wir haben bei Olympia dennoch gute Chancen auf das Podium.“

Nach 4x7,5 Kilometern und insgesamt zehn Nachladern lag Deutschland 1:26,5 Minuten hinter Norwegen, das sich mit einer bärenstarken Leistung und dem Sieg zum Top-Favoriten für Olympia aufschwang. Ohne Altmeister Ole Einar Björndalen siegten die Skandinavier (sieben Nachlader) vor Frankreich (6/+24,9 Sekunden) und Russland (4/53,4). Der letzte Sieg einer deutschen Männerstaffel datiert somit weiter vom 21. Januar 2017.



An diesem Samstag (14.30 Uhr/ZDF und Eurosport) greifen die Frauen über 4x6 Kilometer an. Das Quartett um Laura Dahlmeier, die im Einzel das schlechteste Resultat (48. Platz) ihrer Karriere eingefahren hatte, will sich mit einem Sieg Selbstvertrauen für Olympia holen. „Ich hatte ein Super-Training, habe jede Scheibe getroffen“, sagte die 24-Jährige: „Wir wollen zeigen, dass wir es draufhaben.“ Zusammen mit Franziska Preuß, Denise Herrmann und Franziska Hildebrand will sich die als Schlussläuferin nominierte Dahlmeier ein gutes Gefühl auch für den Massenstart am Sonntag (ab 12.15 Uhr) holen.