Wir möchten auf unserer Webseite Cookies und pseudonyme Analysetechniken auch unserer Dienstleister verwenden, um diesen Internetauftritt möglichst benutzerfreundlich zu gestalten.

Außerdem möchten wir und unsere Dienstleister damit die Besuche auf unserer Webseite auswerten (Webtracking), um unsere Webseite optimal auf Ihre Bedürfnisse anzupassen und um Ihnen auf unserer Webseite sowie auch auf Webseiten in verbundenen Werbenetzwerken möglichst interessante Angebote anzeigen zu können (Retargeting).

Wenn Sie dieses Banner anklicken bzw. bestätigen, erklären Sie sich damit jederzeit widerruflich einverstanden (Art. 6 Abs.1 a DSGVO).

Weitere Informationen, auch zu Ihrem jederzeitigen Widerrufsrecht, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.

| 23:43 Uhr

Hier winken Medaillen
Deutlich mehr Medaillen als 2014 sind drin

Abflug: Die Biathleten mit Laura Dahlmeier (unten, 2. v. l.) und Skirennläuferin Viktoria Rebensburg (schwarze Weste) hoffen auf viele Medaillen.
Abflug: Die Biathleten mit Laura Dahlmeier (unten, 2. v. l.) und Skirennläuferin Viktoria Rebensburg (schwarze Weste) hoffen auf viele Medaillen. FOTO: Andreas Gebert / dpa
Pyeongchang/Köln. Nach einer Prognose könnte es bei den Winterspielen 27 Mal Edelmetall für Deutschland geben. 2014 waren es nur 19 Medaillen.

Biathlongewehre wurden sicher verpackt, jede Menge Taschen mit Ausrüstung aufgegeben und auch ein paar Autogramme geschrieben. 13 weitere deutsche Olympiasportler sind am gestrigen Montag offiziell zu den Winterspielen nach Pyeongchang verabschiedet worden. Die siebenmalige Biathlon-Weltmeisterin Laura Dahlmeier und Vancouver-Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg gehörten zu der kleinen Delegation, die sich mit Flug LH 718 auf den Weg nach Seoul machte.

„Ich freue mich, dass es jetzt endlich losgeht, dass die Zeit des Wartens vorüber ist“, sagte Gold-Hoffnung Dahlmeier. Die 24-Jährige gehört in allen Einzelrennen zum Favoritenkreis. Lächelnd stieg Rebensburg in das Flugzeug. „Ich bin gesund und fit, das ist das Wichtigste – und natürlich bin ich voller Vorfreude“, sagte die Skirennfahrerin. Nach Gold 2010 in Vancouver und Bronze 2014 in Sotschi ist Fahnenträger-Kandidatin Rebensburg die erste Anwärterin der Alpinen auf eine Medaille. Zehneinhalb Stunden Flug lagen vor den Spitzensportlern. „Es kribbelt schon“, sagte der viermalige Biathlon-Weltmeister Simon Schempp. Die Sportler stellten sich flankiert von Lufthansa-Mitarbeitern zu einem letzten Gruppenfoto auf deutschem Boden auf.

Seit dem 31. Januar fliegen die deutschen Athleten von Frankfurt oder München ins 8555 Kilometer entfernte Pyeongchang. Eine erste Vorhut trainiert schon auf olympischem Eis, darunter die Eisschnellläufer um Fahnenträger-Kandidatin Claudia Pechstein und die Rodler um Felix Loch. Pechstein, Deutschlands erfolgreichste Winter-Olympionikin, fiebert trotz Temperaturen von bis zu minus 17 Grad Celsius in Pyeongchang wie der Rest der 154-köpfigen Mannschaft (94 Männer und 60 Frauen) dem Auftakt der Winterspiele am Freitag entgegen. Die Erwartungen sind groß. Nach dem Olympia-Tief von Sotschi 2014 sollte die magere Ausbeute am Schwarzen Meer von nur 19 Medaillen deutlich übertroffen werden.

Laut der Prognose des Sport-Informations-Dienstes (SID) winken der Mannschaft des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in Südkorea insgesamt 27 Medaillen. Neun davon könnten golden glänzen, dies wäre eine mehr als vor vier Jahren. Zudem werden voraussichtlich auch mehr Silber (10:6) und Bronze (8:5) geholt. Die meisten Erfolge ruhen auf den Schultern weniger: Knapp die Hälfte der Medaillen gehen alleine auf das Konto der Rodler und Biathleten.

Felix Loch und Co. wollen an die großen Erfolge der Vergangenheit anknüpfen und nach viermal Rodel-Gold in Sotschi erneut die Nummer eins im DOSB-Team sein. Mit dem zweimaligen Champion Loch sowie Natalie Geisenberger, den Dopplern Toni Eggert/Sascha Benecken und als Team hat die deutsche Mannschaft heiße Eisen im Feuer.

Die Kehrtwende wollen die Biathleten um Dahlmeier schaffen, die in Sotschi erstmals bei Olympia ohne Gold geblieben waren. Bei einer guten Schießleistung ist auch Denise Herrmann alles zuzutrauen. Niedriger sind die Erwartungen bei den Männern, die noch ohne Saisonsieg sind und vor allem zwei überragende Skijäger vor sich haben: Martin Fourcade (Frankreich) und Johannes Thingnes Bö (Norwegen).

Harten Widerstand müssen auch die Skispringer brechen, doch Richard Freitag und vielleicht auch Andreas Wellinger sind an guten Tagen zu Großem fähig. Ob Carina Vogt nach ihrem historischen Sotschi-Triumph bei der Premiere der Frauen erneut ganz oben auf dem Podest stehen wird, scheint fraglich. Dafür könnte allerdings die formstarke Katharina Althaus in die Bresche springen.

Deutsche Siege sind auch noch bei den bislang allerdings noch etwas schwächelnden Kombinierern um Vierfach-Weltmeister Johannes Rydzek und Eric Frenzel, den Bobfahrern um Johannes Lochner (Vierer) und Francesco Friedrich (Zweier) sowie im Skeleton durch Jacqueline Lölling möglich.

Im alpinen Ski winkt neben Rebensburg auch Kitzbühel-Triumphator Thomas Dreßen eine Medaille. Ihm sollte die Abfahrtspiste mit ihren langgezogenen Kurven liegen. Beim Eiskunstlaufpaar Aljona Savchenko/Bruno Massot muss alles rund laufen, wollen sie das Duell gegen die chinesischen Weltmeister Sui Wenjing und Han Cong für sich entscheiden. In fünf der 15 olympischen Sportarten mit insgesamt 102 Entscheidungen drohen den deutschen Sportlern medaillenlose Spiele: Skilanglauf, Ski Freestyle, Shorttrack und Eishockey. Im Curling ist Deutschland erstmals seit der Wiederaufnahme ins Programm 1998 nicht einmal mehr vertreten.