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Lautern unter Druck
Derby FCK gegen KSC erstmals in Liga drei

Für den 1. FC Kaiserslautern ist ein Heimsieg im Südwest-Derby gegen den Karlsruher SC fast schon Pflicht, um nicht im Tabellenkeller der 3. Liga festzustecken.
Für den 1. FC Kaiserslautern ist ein Heimsieg im Südwest-Derby gegen den Karlsruher SC fast schon Pflicht, um nicht im Tabellenkeller der 3. Liga festzustecken. FOTO: dpa / Uwe Anspach
Kaiserslautern. Die Südwest-Rivalen Kaiserslautern und Karlsruhe blicken auf eine ruhmreiche Vergangenheit zurück. Namen wie Walter, Eckel, Briegel oder Brehme hier und Szymaniak, Kahn, Scholl oder Häßler dort stehen für erfolgreiche Zeiten. Doch die Gegenwart der beiden Fußballclubs ist eher trist.

(dpa) An die besseren Tage des 1. FC Kaiserslautern erinnern nur noch die Ausstellungsstücke im Vereinsmuseum auf dem Betzenberg – und auch beim Karlsruher SC ist der sportliche Glanz von einst längst verblasst. Doch die Faszination des Südwest-Derbys hat auch in den Niederungen der 3. Fußball-Liga nicht gelitten. „Wenn ich höre, dass 30 000 Zuschauer erwartet werden, dann erübrigt sich die Frage, ob dieses Duell an Attraktivität verloren hat“, sagte FCK-Trainer Michael Frontzeck. Zumindest die Kulisse ist beim insgesamt 60. Kräftemessen der tief gefallenen Traditionsvereine an diesem Samstag (14 Uhr) erstklassig.

Auf die beiden Bundesliga-Gründungsmitglieder trifft dies schon lange nicht mehr zu. Im Oberhaus stand man sich das bisher letzte Mal vor gut 20 Jahren gegenüber – damals gab es ein müdes 0:0. Die Lautrer feierten kurz darauf den Sensationstitel unter Trainer Otto Rehhagel, der KSC stieg ab. Danach trafen sich die Rivalen noch zwölf Mal in Liga zwei, zuletzt im Frühjahr 2017 in Karlsruhe mit dem besseren Ende für die Roten Teufel.

Nun also die Drittliga-Premiere, die nach dem Fehlstart beider Mannschaften auch sportlich viel Zündstoff bietet. „Die ganz alten Zeiten, in denen die Derbys mit Spielern gespielt worden sind, die aus der Region gekommen sind, gibt es natürlich nicht mehr in dieser Art“, sagte Frontzeck. „Jeder Spieler bekommt aber im Vorfeld mit, welche Bedeutung dieses Spiel immer noch hat.“



Vor allem die Pfälzer hinken mit nur vier Punkten aus vier Spielen als Tabellen-15. den eigenen Erwartungen derzeit weit hinterher. Karlsruhe steht mit sechs Zählern auf Rang neun auch nicht viel besser da. Dabei fühlen sich beide Vereine in der 3. Liga fehl am Platz und wollen so schnell wie möglich zurück in den Profi-Fußball.

Das erhöht die Brisanz, die aufgrund der Fan-Rivalität ohnehin schon gegeben ist. Die Polizei hat die Präsenz der Einsatzkräfte wie bei jedem Risikospiel – und dazu zählt dieses Duell schon immer – erhöht. Die Fans sollen strikt getrennt werden, damit es nicht zu Szenen wie 2014 kommt. Damals lösten KSC-Fans nach dem Abpfiff eine wüste Schlägerei aus, bei der es 18 Verletzte gab. „Ein Derby ist immer von Emotionen bestimmt. Doch ich hoffe, dass alles friedlich bleibt, sofern das möglich ist, und wir alle zusammen einen schönen Nachmittag erleben“, sagte Frontzeck.

Das erhofft sich auch KSC-Trainer Alois Schwartz bei seiner Rückkehr an die alte Wirkungsstätte, wo er von 2007 bis 2012 die zweite Mannschaft und 2009 als Interimscoach kurzzeitig auch die Profis betreute. Sentimentalitäten will und kann er sich am Samstag jedoch nicht leisten. „Ich habe schöne Erinnerungen an die sechs Jahre in Kaiserslautern. Aber der Blick geht nach vorne“, sagte Alois Schwartz. „Derbyzeit, schönes Spiel auf dem Betzenberg. Da freuen wir uns drauf.“ Zumal es gilt, eine lange Durststrecke zu beenden. Denn der letzte KSC-Sieg in Kaiserslautern liegt immerhin schon ganze 26 Jahre zurück.