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Champions League
Der Weg nach Kiew ist geebnet

Das 0:0 im Viertelfinal-Rückspiel gegen den FC Sevilla war glanzlos, das hinderte die Spieler aber nicht am Feiern mit ihren Fans.
Das 0:0 im Viertelfinal-Rückspiel gegen den FC Sevilla war glanzlos, das hinderte die Spieler aber nicht am Feiern mit ihren Fans. FOTO: Sven Hoppe / dpa
München. Der FC Bayern erfährt heute seinen Halbfinal-Gegner der Champions League – und hat das Finale im Visier.

Rom, Liverpool oder Madrid? Hauptsache Kiew! „Wenn du im Halbfinale stehst, gibt es kein anderes Ziel mehr. Dann willst du den letzten Schritt machen und ins Finale. Das haben wir uns ganz klar auf die Fahne geschrieben“, sagte Innenverteidiger Mats Hummels mit Blick auf das Endspiel in der Champions League am 26. Mai in der ukrainischen Hauptstadt.

Die wenig berauschende Nullnummer im Viertelfinal-Rückspiel gegen den FC Sevilla, die zum siebten Einzug ins Halbfinale (24./25. April und 1./2. Mai) der Königsklasse in den letzten neun Jahren reichte, hatte der FC Bayern schnell abgehakt. Das Traumziel Kiew und die möglichen Gegner Real Madrid mit Cristiano Ronaldo, Jürgen Klopps FC Liverpool sowie Messi-Bezwinger AS Rom rückten vor der heutigen Auslosung im Uefa-Hauptquartier in Nyon schnell in den Mittelpunkt.

Nach dem überraschenden Aus der heißen Titelanwärter FC Barcelona und Manchester City wollte sich der Rekordmeister auf dem Weg zum zweiten Triple nach 2013 nicht in die Favoritenrolle drängen lassen. „Natürlich sind wir gierig“, sagte Kapitän Thomas Müller: „Aber das wird kein Spaziergang. Es wird keinen leichten Gegner geben.“ Die drei möglichen Kontrahenten bewegen sich auf Topniveau. „Wir haben Ambitionen, wir haben Ehrgeiz, aber man darf keine Mannschaft unterschätzen“, warnte Erfolgstrainer Jupp Heynckes, der bei allen seinen Teilnahmen an der Champions League ins Endspiel kam.



Vor allem die „verrückten Ergebnisse im Viertelfinale“ seien für die Bayern ein „wichtiger Warnschuss“, betonte Hummels: „Die Qualität ist so groß, da darf man sich keinen Durchhänger erlauben.“ Entsprechend egal war es dem Weltmeister, gegen wen es nun geht. „Meinetwegen auch zum hunderttausendsten Mal Real, das ist mir gleich“, sagte er lapidar. Die Königlichen scheinen aber trotz der Beinahe-Blamage gegen Juventus Turin der härteste Brocken im Lostopf zu sein. In der vergangenen Saison war gegen Ronaldo, Toni Kroos und Co. im Viertelfinale Endstation gewesen. „Dann nehmen wir gerne Revanche“, betonte Joshua Kimmich: „Aber wir dürfen nicht den Fehler machen, zwei Schritte vorauszudenken.“ Zumal die Vorstellung gegen Sevilla „kein Leckerbissen“ war, wie Müller zugab: „Ein bisschen mutiger würde uns gut zu Gesicht stehen.“ Hummels sah „zu wenige Torchancen“, weshalb Arjen Robben Richtung Halbfinale anmahnte, „dass wir eine Schippe drauflegen müssen“.

Die Kritik an der glanzlosen Darbietung der Bayern hielt sich insgesamt in Grenzen. „Wenn man gesehen hat, was in Rom und Madrid passiert ist, war es richtig, nicht ins offene Messer zu laufen. Das war sehr professionell“, sagte Hoeneß.

Bevor es in der Königsklasse wieder ernst wird, steht für die Bayern nach dem Gewinn der 28. deutschen Meisterschaft am Samstag (18.30 Uhr/Sky) in der Bundesliga gegen Mönchengladbach Teil eins des Schaulaufens an. Im DFB-Pokal wartet am Dienstag (20.45 Uhr/ARD und Sky) zudem das Halbfinale in Leverkusen. Dass die Münchner unbedingt ins Finale nach Berlin am 19. Mai wollen, ist klar – doch noch größer ist die Sehnsucht nach Kiew.