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Der Traum von der Karriere als Fußballprofi

Immer am Ball: Erik Durm aus Rieschweiler, hier gegen einen Mainzer, erzielte im FCS-Dress in dieser Saison schon 13 Tore. Foto: Wieck
Immer am Ball: Erik Durm aus Rieschweiler, hier gegen einen Mainzer, erzielte im FCS-Dress in dieser Saison schon 13 Tore. Foto: Wieck
Rieschweiler. Das ist der Stoff, aus dem die Träume vieler Nachwuchsfußballer sind: Bereits mit 17 Jahren Torschützenkönig in der A-Jugend-Regionalliga bei einem großen Verein, dazu glänzende Aussichten auf eine fußballerische Karriere bis hinauf in den Profi-Bereich - Erik Durm aus Rieschweiler-Mühlbach hat nach seinem Wechsel von der SG Rieschweiler zum 1 Von Merkur-Mitarbeiter Andreas Faas

Rieschweiler. Das ist der Stoff, aus dem die Träume vieler Nachwuchsfußballer sind: Bereits mit 17 Jahren Torschützenkönig in der A-Jugend-Regionalliga bei einem großen Verein, dazu glänzende Aussichten auf eine fußballerische Karriere bis hinauf in den Profi-Bereich - Erik Durm aus Rieschweiler-Mühlbach hat nach seinem Wechsel von der SG Rieschweiler zum 1. FC Saarbrücken mit seinen 17 Jahren schon viel erreicht. Möglich, dass ihm das feine Ballgefühl von seinem Vater mit in die Wiege gelegt wurde, denn Thomas Durm war Handballer, der bei der SG Waldfischbach Mitte der 80er Jahre in der Regionalliga spielte. Klar, dass Vater Durm seinen Sprössling gerne im Handball gesehen hätte. Aber der Sohn fand offensichtlich mehr Gefallen daran, den Ball mit den Füßen zu bearbeiten, worunter damals ganz besonders der Garten von Familie Durm zu leiden hatte. So landete Erik nach einem Schnuppertraining kurze Zeit später in der Jugend-Fußballabteilung der SG Rieschweiler. Sein Weg führte ihn über die Kreis- bis hin zur Südwestauswahl. "Ich erinnere mich noch lebhaft an die Spiele in der C-Jugend-Verbandsliga gegen die Lokalrivalen 1. FC Kaiserslautern und FK Pirmasens", erzählt der 17-Jährige. Im Jahr 2007, inzwischen spielte er mit der SG Rieschweiler in der B-Jugend-Verbandsliga, kam er durch einen Freund zu einem Probetraining beim 1. FC Saarbrücken. Nach einem zweiten Trainingstag boten die Saarländer dem jungen Fußballer dann die Möglichkeit, beim 1. FCS in der B-Jugend-Regionalliga einzusteigen. Ernst Buchmann, Jugendleiter der SG Rieschweiler, erinnert sich: "Es war für uns eine sehr schwierige Entscheidung, weil wir damals schon zur Halbzeit wussten, dass wir gegen den Abstieg spielen und Erik einer unserer wichtigen Spieler war. Vielleicht wären wir nicht abgestiegen, wenn er bis zum Saisonende bei uns geblieben wäre. Nach einem guten Gespräch mit ihm und seinem Vater hatten wir jedoch dem Wechsel zugestimmt, auch wenn es uns sehr schwer gefallen war." Auch Erik hatte damals lange überlegt, denn immerhin ist der Zeitaufwand beim neuen Verein beträchtlich. Statt zwei Trainingseinheiten pro Woche waren es auf einmal vier Trainingstage, wobei die Spiel- und Turniertage noch gar nicht eingerechnet sind. Da er noch nicht selbst mit dem Auto fahren darf, ist er auch immer auf die Unterstützung seiner Eltern angewiesen. Vater Durm: "Nicht nur, dass es eine ziemliche Strecke hin- und zurück ins Saarland ist, es geht auch auf Dauer ins Geld, vom Zeitaufwand einmal ganz zu schweigen." Erik besucht an der Integrierten Gesamtschule Thaleischweiler-Fröschen die zwölfte Klasse und muss so manches Mal nach dem Training noch eine Nachtschicht einlegen, besonders dann, wenn am nächsten Tag Klausuren anstehen. Erik Durm: "Viel Zeit bleibt da natürlich nicht für andere Dinge, aber ich habe den Schritt nie bereut. Es geht beim 1. FC Saarbrücken viel professioneller zu. Auch die Infrastruktur ist nicht mit der bei der SG Rieschweiler zu vergleichen." Nachdem er während der Saison 2008/09 in der B-Jugend-Bundesligamannschaft des 1. FCS spielte, rückte er letztes Jahr in den Kader der A-Jugend auf, die zur Zeit Tabellenführer in der Regionalliga Südwest ist. An diesem Erfolg hat er mit seinen bisher 13 Toren maßgeblichen Anteil. Sein Trainer Bernd Rohrbacher findet lobende Worte: "Nach kleineren Anlaufschwierigkeiten hat er sich bei uns gut eingefügt und mit dazu beigetragen, dass wir im Moment so weit vorne stehen. Er ist schnell, kann mit dem Ball umgehen und hat ein gutes Spielverständnis. Er ist ohne Frage ein großes Talent." Erik hatte auch schon Gelegenheit, mit der ersten und zweiten Mannschaft zu trainieren. Ganz offensichtlich hat er auch da einen guten Eindruck hinterlassen, denn laut Trainer Rohrbacher will der FCS das Jungtalent halten. Rohrbacher: "Der Verein will versuchen, Erik in Zukunft bei der schulischen Ausbildung zu unterstützen. Bei einem Belastungstest hatte Erik unlängst das beste Ergebnis. Das zeigt, dass er topfit ist und noch einiges an Potenzial abrufen kann." Erik will sich auf jeden Fall neben dem Fußball auf seinen Schulabschluss konzentrieren. "Klar, dass ich gerne Fußballprofi werden möchte, aber ich würde beruflich auch gerne irgendetwas in Richtung Sportmedizin machen", sagt er. Ihm sei auch völlig klar, dass der große Fußball-Traum nur mit viel Fleiß, Ehrgeiz und Glück erreicht werden kann. "Beruflich möchte ich später gern etwas in Richtung Sportmedizin machen."Eric Durm, Nachwuchsfußballer



Zur PersonName: Erik DurmWohnort: Rieschweiler-MühlbachAlter: 17 JahreGröße: 1,81 MeterGewicht: 66 KiloBeruf: Schüler der 12. Klasse auf der Integrierten Gesamtschule in Thaleischweiler-FröschenHobbys: Fußball und mit Freunden zusammenseinPosition: Stürmer Ziel: ProfifußballerBisherige Erfolge: Bundesliga B-Junioren, DFB-Pokal-AchtelfinaleFußballerische Laufbahn: 1996 bis 2007: SG Rieschweiler-Mühlbach, seit 2007: 1. FC Saarbrücken