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Fußball-Bundesliga
Der Rekordeinkauf wird zum Hoffnungsträger

Der Gladbacher Alassane Pléa (links) und Sturmpartner Raffael freuen sich über ihren Rekordsieg im DFB-Pokal: 11:1 beim BSC Hastedt.
Der Gladbacher Alassane Pléa (links) und Sturmpartner Raffael freuen sich über ihren Rekordsieg im DFB-Pokal: 11:1 beim BSC Hastedt. FOTO: dpa / Carmen Jaspersen
Bremen. Nach einer schwierigen Vorbereitung schießt sich Gladbachs neuer Franzose Alassane Pléa warm für die Bundesliga. dpa

Alassane Pléa verließ den kleinen Platz elf unweit des Bremer Weserstadions mit einem zufriedenen Lächeln. Sprechen wollte der Gladbacher Rekord-Einkauf nach seinem Pflichtspieldebüt für die Borussia nicht, aber die Mimik des Franzosen machte deutlich, dass er sehr glücklich über seine Leistung beim Rekordsieg des Clubs im DFB-Pokal war. Drei Tore steuerte der aus Nizza gekommene Stürmer am Sonntagabend zum 11:1 (6:0)-Sieg beim Bremer Fünftligisten BSC Hastedt bei – und ließ damit erste Kritiker verstummen.

„Es wurde ja schon wieder geschrieben, dass er noch kein Tor erzielt hat“, monierte Gladbachs Trainer Dieter Hecking. In der Tat waren bereits erste kleine Zweifel am 23-Millionen-Euro-Mann aufgekommen, der mit etwas Trainingsrückstand aus Frankreich gekommen war und deshalb eine schwierige Vorbereitung hinter sich hat. Am vergangenen Wochenende hatte ihn Hecking bei der Generalprobe gegen Espanyol Barcelona wegen muskulärer Probleme noch geschont oder schonen müssen.

Gegen Hastedt stand Pléa aber in der Startformation, um Spielpraxis und Selbstvertrauen zu sammeln. Ein Plan, der voll aufging. „Alassane hat heute das gezeigt, was ihn auszeichnet“, lobte Hecking: „Er ist ein Strafraumspieler, ist immer da. Im Strafraum ist er brandgefährlich, wenn er da den Ball liegen hat, dann ist er für jedes Tor gut.“



Im neuen 4-3-3-System der Gladbacher agierte Pléa zentral, auf den Flügeln unterstützt von Thorgan Hazard (links) und Raffael (rechts). Alle drei Stürmer trafen dreifach und unterstrichen damit das große Offensiv-Potenzial der Elf vom Niederrhein, bei der der Saarländer Patrick Herrmann nur eingewechselt wurde und im Konkurrenzkampf eher schlechte Chancen hat. Fabian Johnson saß sogar lediglich auf der Bank. „Alassane gibt uns mit seiner Spielweise eine weitere Facette“, sagte Gladbachs Sportdirektor Max Eberl: „Dass er heute dreimal getroffen hat, ist gut für ihn und die Mannschaft.“

Auch beim Ligastart gegen Bayer Leverkusen am kommenden Samstag dürfte der 25-jährige Pléa, der vier Jahre für OGC Nizza spielte (112 Partien, 36 Tore), in der Startformation stehen. „Ich sehe keinen Grund, am Samstag nicht mit ihm zu planen“, sagte Hecking. Der Trainer geht mit einem auslaufenden Vertrag in die neue Spielzeit, steht daher genau wie Pléa von Beginn an unter besonderer Beobachtung. Die ersten Eindrücke von Sonntag machen aber Mut, dass die Borussia anders als in den vergangenen beiden Spielzeiten wieder ernsthaft um die Plätze für das internationale Geschäft mitspielen kann. Pléa verbreitet auf jeden Fall ganz plötzlich neue Hoffnung.