| 00:48 Uhr

Der "Iceman" ist zurück

Enstone. Nach seinem zweijährigen Ausflug in die Rallye-WM gibt Ex-Champion Kimi Räikkönen im kommenden Jahr wieder in der Formel 1 Gas. Gestern verkündete Lotus Renault die Verpflichtung des Weltmeisters von 2007 für die kommenden zwei Jahre

Enstone. Nach seinem zweijährigen Ausflug in die Rallye-WM gibt Ex-Champion Kimi Räikkönen im kommenden Jahr wieder in der Formel 1 Gas. Gestern verkündete Lotus Renault die Verpflichtung des Weltmeisters von 2007 für die kommenden zwei Jahre. Die Königsklasse des Motorsports wird dadurch 2012 noch attraktiver: Erstmals in der Geschichte fahren sechs Weltmeister in einer Saison um den Titel."Meine Zeit in der Rallye-WM war zu diesem Zeitpunkt in meiner Karriere als Fahrer sehr hilfreich, aber ich kann nicht verleugnen, dass meine Sehnsucht nach der Formel 1 zuletzt immer überwältigender geworden ist", sagte der 32-Jährige, der 2007 den bislang letzten WM-Titel für Ferrari errungen hatte. Der wegen seine Nervenstärke "Iceman" genannte Raikkönen trifft 2012 neben dem aktuellen Champion Sebastian Vettel (Red Bull) auch die Ex-Weltmeister Michael Schumacher (Mercedes), Fernando Alonso (Ferrari), Lewis Hamilton und Jenson Button (beide McLaren). Dies sind alle Weltmeister seit 2000.

"Ich freue mich auf Kimi. Wenn er motiviert war - und das scheint jetzt der Fall zu sein - gehörte er immer zu den Besten", sagte Mercedes-Motorsportchef Nobert Haug, der einst bei McLaren-Mercedes mit Raikkönen zusammen gearbeitet hatte.

Rekord-Weltmeister Schumacher hatte schon am Rande des Rennens in Abu Dhabi vor zwei Wochen auf ein Räikkönen-Comeback gehofft: "Ich wäre glücklich, wenn er zurückkäme." Damals war vor allem über ein Raikkönen-Engagement bei Williams spekuliert worden. Der Wechsel zu Lotus kam nun überraschend.



Ob Räikkönen 2012 den Brasilianer Bruno Senna oder den Russen Witali Petrow ersetzt, ist unklar. Seit der schweren Verletzung des eigentlichen Stammfahrers Robert Kubica im Februar ist das Team nicht sonderlich zufrieden mit der Besetzung. Der eigentliche Kubica-Ersatz Nick Heidfeld musste bereits während der Saison zugunsten Sennas weichen. Allerdings holte der Neffe des 1994 in Imola tödlich verunglückten Ayrton Senna in acht Rennen gerade einmal zwei Pünktchen. Auch Petrow sitzt alles andere als sicher im Fahrer-Sessel. Der Russe landete mit 37 Punkten auf Platz zehn der Gesamtwertung - nur knapp vor Heidfeld, der seine 34 Zähler in nur elf Rennen einfuhr.

Als möglicher Kubica-Ersatz für 2012 war bislang immer der Franzose Romain Grosjean der Favorit. Möglich ist auch, dass Grosjean und Raikkönen 2012 gemeinsam für Lotus fahren. Ein baldiges Kubica-Comeback ist derzeit allerdings ausgeschlossen.

Die Räikkönen-Rückkehr könnte sich auch positiv für Adrian Sutil auswirken, der bei Force India vor dem Aus steht und durch Landsmann Nico Hülkenberg ersetzt werden soll. Sutil galt als Kandidat bei Williams, bis dort der Finne ins Spiel gebracht wurde. Am Rande des Rennens in Abu Dhabi hatte Teamchef Frank Williams durchblicken lassen, dass der Brasilianer Rubens Barrichello vor dem Aus steht, Pastor Maldonado dagegen auch 2012 für die Engländer fahren werde. Sutil ist nun wieder einer heißer Kandidat. dpa