| 23:31 Uhr

Der große Favorit heißt Alonso

 Ferrari-Star Fernando Alonso ist fest entschlossen, den WM-Titel in Abu Dhabi einzufahren. Foto: dpa
Ferrari-Star Fernando Alonso ist fest entschlossen, den WM-Titel in Abu Dhabi einzufahren. Foto: dpa
Abu Dhabi. Wie ein Fischernetz, das ins Meer geworfen wird, glitzern die mehr als 4000 Glasscheiben des Yas-Hotels unter der gleißenden Sonne am Persischen Golf. Die Linien nehmen mit ihrem Schwung Schnelligkeit auf und reichen sie weiter. Diese "Luxusherberge" auf der Halbinsel Yas in Abu Dhabi steht am Übergang von Land zu Wasser Von Merkur-Mitarbeiter Walter Koster

Abu Dhabi. Wie ein Fischernetz, das ins Meer geworfen wird, glitzern die mehr als 4000 Glasscheiben des Yas-Hotels unter der gleißenden Sonne am Persischen Golf. Die Linien nehmen mit ihrem Schwung Schnelligkeit auf und reichen sie weiter. Diese "Luxusherberge" auf der Halbinsel Yas in Abu Dhabi steht am Übergang von Land zu Wasser. Auf der einen Seite rasen an diesem Wochenende die Formel-1-Boliden unter dem Insel-Wahrzeichen durch, auf der anderen Seite haben im Halbrund des künstlich angelegten Hafens mehr als 100 Yachten angelegt, von denen am Sonntag betuchte Rennfans den letzten Grand Prix des Jahres verfolgen. Dieser 19. Lauf vor ausverkauftem Haus hat sich zu einem fesselnden Krimi, einem packenden Herzschlagfinale, entwickelt. Von den drei Hauptdarstellern Sebastian Vettel, Mark Webber, beide Red Bull, genügt Ferrari-Star Fernando Alonso Platz zwei für die WM-Krone.Der auf der Strecke heißblütige und coole Spanier gilt als Mann der zweiten Saisonhäfte. "Mir wäre am Liebsten, die WM würde ab Hockenheim zählen", scherzte der Asturier aus Oviedo. Bei seinem Sieg im Deutschland-Grand-Prix profitierte der Ferrari-Pilot von der umstrittenen Stallorder, als sein führender Teamkollege Felipe Massa zurückstecken musste. Ferrari degradierte zudem den Brasilianer zum Wasserträger und setzte fortan nur auf die Karte Alonso. Vier Siege und 148 WM-Zähler hat der zweimalige Weltmeister (2005, 2006 auf Renault) seitdem in den vergangenen acht Rennen eingefahren. Als ernsthafter Kandidat für seinen dritten Titel war Alonso in der ersten Saisonhälfte abgeschrieben. Für seinen neuen Arbeitgeber gelang ihm zum Saisonauftakt in Bahrain ein Einstand nach Maß. Für die jahrelang durch Michael Schumacher vom Erfolg verwöhnten, aber seit Anfang 2008 gebeutelten Italiener gilt Alonso als Heilsbringer. Doch nach seinem Premieresieg für die "Roten" ging's mit Alonso bergab. Nur 73 Punkte in den folgenden neun Läufen, da waren die "Bullen" Webber (128) und Vettel (121) ihrem Ziel schon eine bedeutende Etappe näher. Alonso aber hielt an seinem Ziel fest, behauptete gebetsmühlenartig: "Wir können noch immer den Titel holen." Seine Zuversicht begründete das "Alphatier" vor dem Finale: "Ich wusste um das große Potenzial im Auto. Red Bull mag das schnellste Auto haben und McLaren mit Mercedes den besten Motor, aber Ferrari hat das beste Gesamtpaket. Ich bin fest entschlossen, meinen dritten WM-Titel zu holen." Im nicht aussagestarken Freitags-Training wurde Alonso Dritter hinter Vettel und vor Webber. Tagesschnellster war WM-Außenseiter Lewis Hamilton im McLaren Mercedes.



Auf einen BlickVier Fahrer können am Sonntag noch Formel-1-Weltmeister werden: Fernando Alonso (Ferrari, 246 Punkte), Mark Webber (Red Bull, 238), Sebastian Vettel (Red Bull, 231) und Lewis Hamilton (McLaren, 222).Vettel wird Weltmeister, wenn . . . - er gewinnt und Alonso höchstens Fünfter wird. Der Spanier und Webber (im Fall von Platz zwei) könnten dann zwar punktemäßig mit dem Deutschen gleichziehen (alle 256), Vettel wäre wegen seines Vorteils im direkten Vergleich Champion. - er Zweiter wird, Fernando Alonso höchstens Neunter und Webber höchstens Fünfter. dpa