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Der Gold-Junge der Briten

 Andy Murray wirkt trotz seiner Goldmedaille angespannt. Man ahnt den Druck, der auf ihm lastete. Trotzdem ließ der Schotte Roger Federer im Olympia-Finale gestern keine Chance. Foto: Rain/dpa
Andy Murray wirkt trotz seiner Goldmedaille angespannt. Man ahnt den Druck, der auf ihm lastete. Trotzdem ließ der Schotte Roger Federer im Olympia-Finale gestern keine Chance. Foto: Rain/dpa
Als der goldene Moment in Wimbledon perfekt war, ging er in die Knie: Überwältigt vor Glück sank der neue Tennis-Olympiasieger Andy Murray auf den Boden - und war nach dem 6:2, 6:1, 6:4 gegen den Schweizer Roger Federer doch obenauf wie nie zuvor

Als der goldene Moment in Wimbledon perfekt war, ging er in die Knie: Überwältigt vor Glück sank der neue Tennis-Olympiasieger Andy Murray auf den Boden - und war nach dem 6:2, 6:1, 6:4 gegen den Schweizer Roger Federer doch obenauf wie nie zuvor. "Ich bin sprachlos vor Glück", sagte der Schotte, legte sich den "Union Jack", die britische Flagge, um seine Schultern und küsste die Goldmedaille: "Die Erfolge des Teams Großbritannien haben mich inspiriert." Dagegen blieb Federers Sehnsucht, seinen 17 Grand-Slam-Siegen endlich die olympische Goldmedaille im Einzel hinzuzufügen, in seinem grünen Paradies - er gewann schon sieben Mal das Wimbledon-Turnier - unerfüllt. Bronze holte der Argentinier Juan Martin del Potro, der den Serben Novak Djokovic mit 7:5, 6:4 besiegte.Doppeltes Gold blieb Murray übrigens verwehrt: Kurz nach seinem Einzel-Triumph verlor er mit Laura Robson im Mixed-Finale gegen die Weißrussen Victoria Asarenka und Max Mirnji 6:2, 3:6, 8:10. Das deutsche Duo Sabine Lisicki und Christopher Kas hat das Spiel um Bronze gegen Mike Bryan und Lisa Raymond (USA) mit 3:6, 6:4, 4:10 verloren.

Rekordmarken setzten derweil die Schwestern Serena und Venus Williams. Zunächst siegte Serena 6:0, 6:1 im Einzel-Finale gegen die Russin Maria Scharapowa. Dann holte sie im Doppel mit ihrer Schwester Gold durch das 6:4, 6:4 gegen die Tschechinnen Andrea Hlavackova und Lucie Hradecka. Mit je vier Goldmedaillen, einer im Einzel und drei im Doppel, sind Serena und Venus Williams die erfolgreichsten Olympioniken im Tennis. "Es ist wie ein Märchen", sagte Serena Williams.

Auch im Herrendoppel gab es einen historischen Familienerfolg: Die US-Zwillinge Bob und Mike Bryan besiegten Michael Llodra und Jo-Wilfried Tsonga aus Frankreich mit 6:4, 7:6 (7:2) und haben nun alle Grand-Slam-Turniere und Olympia-Gold gewonnen. dapd