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1. FC Kaiserslautern
Der FCK arbeitet weiter am Wunder

Kaiserslautern. Fußball-Zweitligist 1. FC Kaiserslautern kämpft mit voller Überzeugung gegen den drohenden Absturz in die 3. Liga.

(dpa) Viele hatten den 1. FC Kaiserslautern im Abstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga schon abgeschrieben, doch Stück für Stück kommt der viermalige deutsche Meister seinem großen Ziel Klassenerhalt näher. Der 4:3 (2:1)-Erfolg über den 1. FC Union Berlin war bereits der vierte Erfolg im sechsten Spiel unter Trainer Michael Frontzeck. „Es war eine famose Leistung. Meine Mannschaft hat in einer unglaublichen Art und Weise dagegengehalten“, lobte Frontzeck seine Truppe, ergänzte aber: „Das Spiel hat mich auch ein Stück weit mitgenommen und angefasst, weil alles drin war“, sagte er.

Mit den in acht Rückrundenspielen eingefahrenen 13 Punkten haben die Pfälzer bereits jetzt ihre desaströse Ausbeute von elf Zählern aus der Hinserie übertroffen. Bis jetzt ist zwar noch nichts erreicht, zumal auch die Konkurrenz im Tabellenkeller kräftig punktet, doch die neu erkämpfte Ausgangssituation und der Trend der letzten Wochen sprechen für die Roten Teufel – der Klassenerhalt ist wieder in greifbare Nähe gerückt. „Es sind noch neun Spiele zu absolvieren. Von daher haben wir es ein Stück weit auch noch selbst in der Hand. Jetzt heißt es: weiter malochen und am großen Ziel arbeiten“, sagte Marcel Correia.

Am kommenden Samstag steht bereits das nächste Endspiel auf dem Programm. Gegen die SpVgg Greuther Fürth, die sich durch ein 2:0 im Franken-Derby beim 1. FC Nürnberg etwas Luft im Abstiegskampf verschaffte, kann der nächste große Schritt getan werden. In der Hinrunde gelang den Pfälzern beim 3:0-Erfolg zum Amtsantritt des krankheitsbedingt inzwischen wieder abgelösten Trainers Jeff Strasser der erste Saisonsieg.



Anders als in der vergangenen Woche im „Sechs-Punkte-Spiel“ gegen Aue wollen die Lauterer dann von Beginn an hellwach sein. „Wir können in dieses Spiel mit einem gewissen Lerneffekt aus der Partie gegen Aue reingehen“, sagte FCK-Sportdirektor Boris Notzon.

Die irre Partie am Freitagabend bezeichnete Notzon als „emotionale Achterbahnfahrt“. Denn dem sehenswerten Führungstreffer von Brandon Borrello in der 7. Minute mussten bei Minustemperaturen noch drei weiterer Tore von Sebastian Andersson (41.), Christoph Moritz per Foulelfmeter (67.) und Phillipp Mwene (86.) folgen, um den wichtigen Dreier einzufahren. Das Eigentor von Andersson (36., „Der Ball kam gut rein, ich dachte Müller geht hin“) und der Doppelpack von Union-Stürmer Steven Skrzybski (51./81.) blieben am Ende ohne Folgen. „Wir brauchen noch ein, zwei Tage, um zu realisieren, was hier heute passiert ist“, gab Philipp Mwene einen Einblick in die Gefühlslage, „es war ein Wahnsinnsspiel mit Höhen und Tiefen“.

Einen besonderen Höhepunkt hielt das Spektakel im Schneetreiben auch für Christoph Moritz bereit: Der Kapitän traf beim Stand von 2:2 vom Elfmeterpunkt – im Stile des berühmten Tschechen Antonin Panenka lupfte er den Ball locker in die Tormitte. Eine solche Abgebrühtheit findet man bei einem Tabellenletzten eher selten, obwohl: Bereits am 12. Spieltag dieser Saison traf Moritz auf diese Art und Weise. Der Unterschied: Damals verlor sein FCK das Spiel in Regensburg noch mit 1:3. „Entscheidend ist, dass der Ball hinter der Linie ist. Dann ist mir egal, wie er ihn schießt“, machte Michael Frontzeck kein großes Thema daraus.