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Champions League
Der FC Bayern spaziert ins Viertelfinale

Istanbul/Barcelona. Nach dem 5:0 im Hinspiel ähnelt der Münchner 3:1-Auftritt bei Besiktas einem Trainingsspiel. Auch Barcelona ist locker weiter.

(sid/dpa) Die meisten Bayern-Stars feierten mit den mitgereisten Fans den souveränen Viertelfinaleinzug des deutschen Rekordmeisters in der Champions League, da goss Kapitän Thomas Müller reichlich Wasser in den Wein. „Ich kann mich selten an ein Spiel erinnern, in dem wir so viele leichte und einfache Ballverluste hatten. Die zweite Halbzeit hat sich jetzt nicht wirklich super angefühlt“, sagte der Weltmeister mit einem lachenden und einem weinenden Auge nach dem 3:1 (1:0) im Achtelfinal-Rückspiel beim türkischen Meister Besiktas Istanbul.

Müller sagte aber auch: „Unter dem Strich haben wir auch einige Dinge richtig gemacht.“ Schließlich konnte niemand nach dem 5:0 im Hinspiel erwarten, dass die Bayern bis an ihre Grenze gehen. Letztlich meisterten die Münchner ganz cool die „Hölle am Bosporus“, die Müller dennoch nachhaltig beeindruckte. „Wenn die Pfiffe kamen, war schon ein bisschen Druck auf dem Trommelfell. Die Kommunikation war schwer“, sagte er.

Die Bayern dürfen nach dem souveränen Erfolg weiter von der Wiederholung des Triples träumen, das die Bayern 2013 ebenfalls unter Heynckes geholt hatten. Der 72 Jahre alte Bayern-Coach stellte zudem einen Rekord in der Königsklasse auf, da er als erster Coach elf Siege in Folge im bedeutendsten europäischen Clubwettbewerb feierte.



„Dass man nach einem 5:0 im Hinspiel nicht mit voller Konzentration spielt, ist menschlich“, sagte Heynckes nach dem Abpfiff. Zu seinem persönlichen Rekord sagte er zunächst nichts. FCB-Verteidiger Jerome Boateng meinte: „Wir haben dumme Fehler und dumme Fouls gemacht. Dazu hatten wir zu viele unnötige Ballverluste. Das wissen wir selber, da müssen wir kritisch mit umgehen. Wir müssen uns steigern in der Champions League, dennl da kommen noch andere Gegner.“

Thiago (18.), Gökhan Gönül (46.) per Eigentor und der eingewechselte Sandro Wagner (84.) hatten vor 36 885 Zuschauern, darunter auch Bundestrainer Joachim Löw, dafür gesorgt, dass Heynckes Geschichte schrieb und zugleich die Bayern in der Champions League zum 17. Mal insgesamt und zum siebten Mal hintereinander die Runde der besten Acht erreichten. Vagner Love (58.) erzielte den Treffer der Türken.

Schon in der 35. Minute musste Thiago mit einer Verletzung am linken Fuß wieder vom Feld. Für den Mittelfeldspieler, der für Arjen Robben spielte, kam der Kolumbianer James ins Spiel. „Er hat unter der Fußsohle einen Schmerz gespürt. Ich glaube nicht, dass es schwerwiegend ist“, sagte Heynckes zur Thiago-Verletzung.

Der Viertelfinalgegner des souveränen Bundesliga-Tabellenführers wird am Freitagmittag in Nyon ausgelost. „Ich hoffe auf einen etwas leichteren Gegner“, sagte Müller, „aber wir nehmen es so wie es kommt.“

Angeführt von Superstar Lionel Messi hat der FC Barcelona im Anschluss zum elften Mal in Serie das Viertelfinale der Champions League erreicht. Der fünfmalige Weltfußballer bescherte den Katalanen mit zwei Toren und einer Vorlage quasi im Alleingang ein 3:0 (2:0) im Achtelfinal-Rückspiel gegen den englischen Meister FC Chelsea und knackte dabei die 100-Tore-Marke in der Königsklasse. Schon beim 1:1 im Hinspiel hatte Messi das Tor für Barca erzielt.

Bereits nach 128 Sekunden traf der argentinische Superstar zur Führung, wenngleich Chelsea-Torhüter Thibaut Courtois keine gute Figur machte. Den zweiten Treffer durch den Ex-Dortmunder Ousmane Dembélé (20.) bereitete Messi mustergültig vor. Für 105-Millionen-Einkauf Dembélé war es das erste Saisontor. Im zweiten Durchgang erhöhte Messi, der in der vergangenen Woche zum dritten Mal Vater wurde, auf 3:0. Es war sein 100. Treffer im 123. Champions-League-Spiel.