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Champions League
Der FC Bayern ist heiß auf Europas Elite

Die Münchner Thomas Müller, Sandro Wagner und David Alaba (von links) bejubeln den 3:1-Erfolg im Rückspiel bei Besiktas Istanbul.
Die Münchner Thomas Müller, Sandro Wagner und David Alaba (von links) bejubeln den 3:1-Erfolg im Rückspiel bei Besiktas Istanbul. FOTO: Sven Hoppe / dpa
München. Heute wird in Nyon das Viertelfinale der Champions League ausgelost. Es sind nur noch Topclubs dabei.

Ein Wiedersehen mit Pep Guardiola, die große Revanche gegen die Königlichen um Cristiano Ronaldo oder ein Duell mit Zauberkünstler Lionel Messi: Nach dem erfolgreichen Trip zu Besiktas Istanbul geht es in der Champions League für Bayern München ab sofort ans Eingemachte. Die Viertelfinal-Auslosung heute in Nyon (12 Uhr/ Sky Sport News HD und Eurosport) könnte dem Fußball-Rekordmeister das dominante Manchester City, Titelverteidiger Real Madrid oder den FC Barcelona bescheren.

„Im April geht’s rund, wir sind gespannt“, meinte Kapitän Thomas Müller nach dem 3:1 (1:0) im Achtelfinal-Rückspiel in der „Hölle am Bosporus“. Sollen sie nur kommen, betonte Sandro Wagner. „Wir haben das Selbstverständnis, dass wir gegen jeden Gegner weiterkommen können“, sagte der Nationalspieler in bester „Mia-san-mia“-Diktion und fügte an: „Wir haben einen Spirit, eine Stimmung, das habe ich selten so erlebt. Wir können dieses Jahr Großes schaffen.“

Mit einem Gesamtergebnis von 8:1 aus Hin- und Rückspiel fegte der FC Bayern den türkischen Meister überlegen aus dem Wettbewerb, leistete sich dabei aber am Mittwoch einige Nachlässigkeiten, die ab sofort nicht mehr folgenlos bleiben dürften. Insbesondere Jérôme Boateng wurde deutlich: „Wir haben dumme Fehler und dumme Fouls gemacht, dazu hatten wir unnötige Ballverluste. Wir müssen uns steigern in der Champions League, weil noch andere Gegner kommen.“



Jetzt steht die „Top-Class in Europa“ im Weg, wie es Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge ausdrückte. In der Tat: Neben den drei bereits genannten warten mit Juventus Turin, dem FC Sevilla, Jürgen Klopps FC Liverpool und AS Rom nur klangvolle Namen. „Die Tagesform wird entscheiden“, sagte Wagner.

Auch wenn die Münchner noch keine Parallelen zum Triple-Jahr 2013 ziehen wollen, weckt die von Trainer Jupp Heynckes entfachte Dynamik durchaus Erinnerungen. Die Bayern zeigen keine echten Symptome eines Spannungsabfalls, obwohl sie in der Bundesliga kaum geprüft werden und ihren 28. Meistertitel theoretisch schon am Sonntag bei RB Leipzig fixieren könnten. „Wenn man auf absolute Top-Gegner trifft, muss man das Spiel perfektioniert haben“, sagte Heynckes, der mit seinem elften Sieg in Serie in der Königsklasse einen Trainer-Rekord aufstellte.

Die Dienstreise an den Bosporus hielten die Bayern so kurz wie möglich, noch in der Nacht zu Donnerstag landete der Tross wieder in München. Müde, aber entspannt machten sich die Stars auf den Heimweg, nur Thiago schaute etwas betrübt drein. Nur eine Viertelstunde nach seinem Treffer in der 18. Minute, dem für die Bayern das Eigentor von Besiktas-Verteidiger Gökhan Gönül (46.) und das erste Champions-League-Tor von Wagner (68.) folgten, musste der Spanier verletzt raus – schon wieder.

Erst Mitte Februar hatte Thiago nach einer schweren Muskelverletzung seine Rückkehr gefeiert, jetzt droht erneut eine Zwangspause, wenn auch nur eine kurze. Er zog sich eine Sehnenzerrung in der Fußsohle zu. Dies blieb der einzige echte Wermutstropfen neben den unnötigen Gelben Karten für Mats Hummels, Boateng und Rafinha.