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Der ewige Mainzer

Mainz. Es gibt ein Foto im Mainzer Stadionheft "Nullfünfer", das Christian Heidel zu Beginn seiner Tätigkeit beim FSV mit einem kräftigen Oberlippenbart zeigt. 20 Jahre ist das Bild alt. Der Bart ist ab, doch der gelernte Bankkaufmann und frühere Leiter eines Autohauses ist immer noch da. Am Sonntag feiert der dienstälteste Manager der Fußball-Bundesliga Jubiläum

Mainz. Es gibt ein Foto im Mainzer Stadionheft "Nullfünfer", das Christian Heidel zu Beginn seiner Tätigkeit beim FSV mit einem kräftigen Oberlippenbart zeigt. 20 Jahre ist das Bild alt. Der Bart ist ab, doch der gelernte Bankkaufmann und frühere Leiter eines Autohauses ist immer noch da. Am Sonntag feiert der dienstälteste Manager der Fußball-Bundesliga Jubiläum.Heidel ist für den selbsternannten Karnevalsverein stets mehr gewesen als ein An- und Verkäufer. "Mein Ziel war es immer, dass sich die Region mit diesem Verein identifiziert. Mir ging es nie um Titel", sagt Heidel und fügt in seiner gewohnt ironischen Art hinzu: "Ich habe ja auch noch keinen geholt."

Nein, einen Titel kann Heidel nicht vorweisen. Aber Erfolge mit für die Branche vergleichsweise bescheidenen Mitteln. "Christian hat eine Gesprächsführung entwickelt, bei der sich ein Spieler gar nicht mehr gegen Mainz 05 entscheiden konnte, weil er gedacht hat, dass er zu Real Madrid wechselt", hat Jürgen Klopp einmal über Heidel gesagt.

Klopp vor zehn Jahren vom Abwehrspieler zum Trainer zu machen, war einer der Coups von Heidel. Die Entscheidung, Thomas Tuchel 2009 vom Junioren- zum Cheftrainer der Profis zu befördern, gehört auch dazu.



Heidel kam als Seiteneinsteiger zum FSV. Sein erster Einkauf war Sven Demandt. Damals arbeitete Heidel noch ehrenamtlich, erst seit 2006 ist er hauptberuflich für den Club tätig. "Ich nehme für mich in Anspruch, dass ich in jeder Verhandlung, in jedem Gespräch, immer korrekt und fair war", sagt Heidel über sich selbst. Ein gewieftes Schlitzohr ist er trotzdem. "Es wird für Mainz immer schwierig sein, die Bundesliga zu halten. Dafür können wir keine Garantie abgeben, weil wir auch mit dem neuen Stadion wirtschaftlich immer ein Kleiner sein werden", sagt Heidel. Präsident Harald Strutz hat Heidel schon einen "Vertrag auf Lebenszeit" angeboten: "Bei Jürgen Klopp haben wir gesagt, wir werden nie kündigen. Das sage ich bei Christian Heidel auch." dapd

Hintergrund

Trainer Thomas Tuchel geht davon aus, dass der FSV Mainz 05 am Samstag (15.30 Uhr) bei Werder Bremen erneut ein Tor von Stürmer Claudio Pizarro "eingeschenkt" bekommt. "Er hat eine Qualität, die noch mal über allem anderen steht", sagte Tuchel: "Wir können uns drauf vorbereiten, dass er gegen uns wieder trifft. Das ist ja immer so." In zehn Spielen gegen den FSV erzielte der Peruaner elf Tore. Die Mainzer, die nur noch drei Punkte Vorsprung auf den Hamburger SV auf den Relegationsrang haben, können personell laut Tuchel "aus dem Vollen schöpfen". dpa