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"Das Verfallsdatum eines Bundesliga-Trainers liegt bei 13 Monaten"

 Armin Veh durchlebte Höhen und Tiefen. Mit dem VfB Stuttgart wurde er Meister. Als Nachfolger von Meister-Trainer Felix Magath scheiterte er beim VfL Wolfsburg. Nun trainiert er den Hamburger SV. Foto: dpa
Armin Veh durchlebte Höhen und Tiefen. Mit dem VfB Stuttgart wurde er Meister. Als Nachfolger von Meister-Trainer Felix Magath scheiterte er beim VfL Wolfsburg. Nun trainiert er den Hamburger SV. Foto: dpa
Hamburg. An den VfL Wolfsburg hat Armin Veh keine guten Erinnerungen. Beim Wiedersehen mit seinem Ex-Club will der neue Trainer des Hamburger SV bloß nicht zurückschauen. "Ich will vom Jetzt und nicht immer von früher reden", sagte der 49-Jährige vor dem für ihn brisanten Vergleich mit dem VfL heute in der Fußball-Bundesliga (20 Uhr). Die "Narben" sind noch zu frisch

Hamburg. An den VfL Wolfsburg hat Armin Veh keine guten Erinnerungen. Beim Wiedersehen mit seinem Ex-Club will der neue Trainer des Hamburger SV bloß nicht zurückschauen. "Ich will vom Jetzt und nicht immer von früher reden", sagte der 49-Jährige vor dem für ihn brisanten Vergleich mit dem VfL heute in der Fußball-Bundesliga (20 Uhr). Die "Narben" sind noch zu frisch. In Wolfsburg hatte der Ruf von Veh einen Kratzer bekommen. Als Meister-Trainer des VfB Stuttgart sollte er die Nachfolge des Allmächtigen Felix Magath im Jahr eins nach dem Titel antreten, bekam die gleichen Befugnisse als Manager und Trainer - scheiterte aber. Danach wurde es für kurze Zeit still um den 49-Jährigen, bis der HSV ihn als Nachfolger von Bruno Labbadia verpflichtete. Es scheint, als habe Veh seine Rolle in Hamburg gefunden: Neben Sportdirektor Bastian Reinhardt und mit Co-Trainer Michael Oenning kann er sich auf die Beobachtung als Cheftrainer konzentrieren. Konflikte wie mit dem unzufriedenen Mladen Petric steht er gelassen durch. "Früher war ich ein Diktator, inzwischen habe ich meinen Führungsstil geändert", gibt er zu. Veh macht keinen Hehl daraus, dass die zusätzlichen Aufgaben im Management in Wolfsburg seine Sache nicht waren. "Ich glaube, das schafft einer nicht allein", sagt er, "du kannst nicht Geschäftsführer und Cheftrainer gleichzeitig sein, da gehen zu viele Energien flöten". Als der ehemalige Hertha-Manager Dieter Hoeneß als neuer starker Mann beim VfL installiert wurde, war die Abwärtsspirale in Wolfsburg bereits nicht mehr aufzuhalten. "Vielleicht hat ihm ein Ratgeber wie ich gefehlt", sagte Hoeneß rückblickend. Nach zwei weiteren Niederlagen zum Auftakt der Rückrunde musste Veh gehen. An Veh haben die Spieler in Wolfsburg trotz des Misserfolges gute Erinnerungen. "Ich freue mich auf ihn", sagt Stürmer Edin Dzeko. Der Bosnier traut Veh den großen Wurf zu: "Der HSV ist ein Titelkandidat." Veh hat viel gelernt aus der Enttäuschung, die ihn immer noch wurmt, und seinen Blick für die Realität geschärft: "Das Verfallsdatum eines Bundesliga-Trainers liegt bei 13 Monaten." Trotzdem hat er Frau und Hund nach Hamburg geholt und sich ein Häuschen in Elbnähe gemietet. dpa