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DFB-Pokalfinale in Berlin
Das Finale soll „ein Spiel für Jupp“ werden

Bayern-Trainer Jupp Heynckes geht nach der Partie am Samstagabend endgültig in Rente. Doch das soll er nicht mit einer Niederlage tun, deswegen wollen die Münchner unbedingt das DFB-Pokalfinale gewinnen.
Bayern-Trainer Jupp Heynckes geht nach der Partie am Samstagabend endgültig in Rente. Doch das soll er nicht mit einer Niederlage tun, deswegen wollen die Münchner unbedingt das DFB-Pokalfinale gewinnen. FOTO: dpa / Matthias Balk
München. Der FC Bayern will seinen scheidenden Trainer Heynckes mit einem Titel verabschieden. Im Pokalendspiel geht es gegen Frankfurt.

Thomas Müller saß mal wieder der Schalk im Nacken. „Danke, Trainer“, schrieb der Weltmeister auf das Poster für Jupp Heynckes, das dem scheidenden Coach von Bayern München bei der Meisterfeier von der Mannschaft überreicht wurde: „Wir sehen uns im Oktober!“ Dazu ein kleines Grinsegesicht. Ein Scherz, typisch Müller.

Dass Heynckes wie im Oktober 2017 noch einmal zurückkehrt zu den Bayern, ist ausgeschlossen. Das 75. DFB-Pokal-Finale an diesem Samstag (20 Uhr/ARD) gegen Eintracht Frankfurt mit seinem Nachfolger Niko Kovac ist sein letztes Spiel als Trainer. Der 73-Jährige hofft auf den krönenden Abschluss beim „schönsten Ereignis“, das der deutsche Fußball zu bieten habe. „Wir wollen den Fans ein gutes Spiel zeigen und noch einen Höhepunkt hinzufügen“, sagt Heynckes.

Von seinem Alterssitz in Schwalmtal am Niederrhein aus wird er danach beobachten, wie sich Kovac mit seinem schweren Erbe herumschlägt. Er übergebe seine „tolle Truppe physisch und psychisch in Topzustand“, sagte er und gab Kovac zudem mit: „Trainer beim FC Bayern zu sein, ist eine große Chance – aber auch eine Riesenverpflichtung.“



Diese Bürde spürte er selbst, als er seine „Mammutaufgabe“ (Heynckes) als Nachfolger des glücklose Italieners Carlo Ancelotti antrat. „Es war wahnsinnig arbeitsintensiv, ein Rund-um-die-Uhr-Job“, sagt Heynckes, die Rückkehr aus dem Ruhestand sei ja nicht geplant gewesen, sondern vielmehr „ein Zusatzkapitel zu meiner Biographie“. Ein sehr erfolgreicher Epilog.

Der FC Bayern, sagt Karl-Heinz Rummenigge, verabschiede „einen der größten Trainer in seiner Geschichte“. Menschlich sei Heynckes „der wunderbarste Trainer, den sich ein Verein nur wünschen kann“. Wie groß die Zuneigung für Heynckes ist, machen weitere Beiträge auf dem Dankes-Poster deutlich. Manuel Neuer nennt Heynckes da „Freund“ und „Vorbild“, andere bedanken sich dafür, dass Heynckes sie zu besseren Spielern oder Menschen geformt habe. Selbst die Bayern-Mitarbeiter bereiteten Heynckes am Donnerstag nach dessen letzter Trainingseinheit einen großen Abschied und standen Spalier.

Für Rummenigge steht deshalb fest: „Wenn wir unseren Trainer schon verabschieden müssen, dann wollen wir das mit dem Double tun.“ Das Finale werde „ein Spiel für Jupp werden“. Heynckes habe sich eigentlich das Triple, nach dem bitteren Champions-League-Aus aber mindestens das Double verdient.

Spätestens am Sonntag, bei der Verabschiedung am Münchner Marienplatz, werde bei ihm „ein bisschen Wehmut“ aufkommen, sagt Heynckes. Aber, versichert er: „Ich werde keine Entzugserscheinungen haben. Ich habe viele Hobbys.“ Zu Hause in Schwalmtal, bei seiner Ehefrau Iris und seinem Hund Cando, will er wieder zur Ruhe kommen und Fußball nur noch „ganz gemütlich als Fan“ schauen. „Darauf freue ich mich. Und daher fällt es mir leicht, den Job aufzugeben“, sagt er.

Für immer? Nun, sagt Heynckes mit einem Lächeln, „sollte der FC Bayern nicht noch einmal vorstellig werden, wenn ich 80 bin, war es das hiermit endgültig für mich“.

Der aktuelle und der zukünftige Trainer des FC Bayern Müchen: Jupp Heynckes und Niko Kovac mit dem DFB-Pokal vor dem großen Finale am Samstag in Berlin.
Der aktuelle und der zukünftige Trainer des FC Bayern Müchen: Jupp Heynckes und Niko Kovac mit dem DFB-Pokal vor dem großen Finale am Samstag in Berlin. FOTO: dpa / Soeren Stache