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Dahlmeier greift nach der Zugabe

Oslo. Die frisch gebackene Weltmeisterin Laura Dahlmeier greift bei der Biathlon-WM in Oslo heute im Einzel nach ihrer dritten Medaille. Bisher lief es für die 22-Jährige perfekt, auch wenn sie ihre Erfolge noch gar nicht realisiert hat. sid/dpa

Ihre erste WM-Goldmedaille hat Laura Dahlmeier im Hotelzimmer mit Klebeband an die Wand geheftet. "Damit das immer präsent ist", sagte die Verfolgungs-Weltmeisterin gestern. Zwei Tage nach ihrem Triumph hat die 22-Jährige den größten Erfolg ihrer Karriere noch immer nicht realisiert. Doch schon heute (15.30 Uhr/ZDF und Eurosport) greift sie in Oslo im Einzel nach ihrer dritten Medaille. Neben ihr sind aus dem deutschen Team noch Franziska Hildebrand, Vanessa Hinz und erstmals bei dieser WM Maren Hammerschmidt am Start.

"Wenn es läuferisch einigermaßen passt, kann ich wieder angreifen. Aber es geht bei Null los", sagte Dahlmeier, die erneut eine perfekte Schießleistung schaffen will: "Ich habe im Verfolger schon gezeigt, dass es möglich ist, null Fehler zu schießen." 20 Treffer bei 20 Schüssen bildeten die Grundlage für den Sieg.

Natürlich ist die Partenkirchnerin nach Bronze im Sprint und Gold im Jagdrennen auch im Klassiker eine der großen Favoritinnen - neben der Italienerin Dorothea Wierer, der Französin Marie Dorin-Habert und der Tschechin Gabriela Soukalova. "Alles was jetzt noch kommt, ist Zugabe", sagte Dahlmeier trotzdem: "Zwei Starts, zwei Medaillen - besser kann es gar nicht sein." Vom Druck hat sich Dahlmeier komplett befreit, die verbleibenden Rennen geht sie locker an - das ist ihr Vorteil.

Die passionierte Bergsteigerin hat ihre Kräfte gesammelt, fühlt sich nach dem anstrengenden Wochenende "wieder topfit". Am Montag lag sie allerdings schon um 20.30 Uhr im Bett: "Nach dem Abendessen habe ich es gerade noch in mein Zimmer geschafft, zwei Seiten in meinem Buch gelesen und bin dann eingeschlafen."

In den Nächten zuvor schlief sie schlecht. "Ich war sehr aufgedreht und habe wahnsinnig viele Nachrichten von zu Hause bekommen", erzählte sie. Entspannung fand sie erst bei einem Stadtbummel in Oslo am Montagnachmittag. Ein seltener Moment, denn Dahlmeier ist gefragter denn je. Aber als Weltmeisterin fühlt sie sich noch nicht. "So ganz realisiert habe ich es immer noch nicht", sagte sie.

Derweil will Andreas Birnbacher seine Karriere nach der WM beenden. Dies kündigte der 34-Jährige gestern an. Der Schlechinger ist für das Einzel am Donnerstag vorgesehen. Auch könnte er noch die Qualifikation für den Massenstart am Sonntag schaffen. "Dann ist definitiv meine Karriere zu Ende", sagte Birnbacher, der die Trainer-Laufbahn einschlagen will.