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Chicago, Madrid, Rio oder doch Tokio?

Lausanne. Für die Globetrotter des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) ist der Trip nach Lausanne eine außergewöhnliche Reise. 94 der 107 IOC-Mitglieder werden heute im Olympia-Museum erwartet, um sich von Chicago, Madrid, Rio de Janeiro und Tokio über die Bewerbung für die Sommerspiele 2016 informieren zu lassen

Lausanne. Für die Globetrotter des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) ist der Trip nach Lausanne eine außergewöhnliche Reise. 94 der 107 IOC-Mitglieder werden heute im Olympia-Museum erwartet, um sich von Chicago, Madrid, Rio de Janeiro und Tokio über die Bewerbung für die Sommerspiele 2016 informieren zu lassen. "Für die IOC-Mitglieder ist es eine Gelegenheit, sich ohne Schnickschnack zu informieren", sagte IOC-Präsident Jacques Rogge: "Da werden keine Staatschefs und grellen Videos, keine Präsentationen von großen Athleten da sein. Wir können uns um Detailfragen kümmern." Als Folge des Ende 1998 aufgedeckten Korruptionsskandals um die Vergabe der Olympischen Winterspiele 2002 in Salt Lake City dürfen IOC-Mitglieder keine Einladungen mehr für Besichtigungstouren von Bewerber-Städten annehmen. Lobbyisten am WerkDoch es hat zehn Jahre gedauert, bis der jetzige seriöse Informations-Austausch kreiert wurde. IOC-Vizepräsident Thomas Bach erwartet von der Zusammenkunft aber keine all zu große Entscheidungshilfe für die Wahl bei der Vollversammlung am 2. Oktober in Kopenhagen: "Die Kandidaten werden daraus mehr Honig saugen können, wie sie an ihrer Präsentation weiter arbeiten müssen." Offizielle Überzeugungsarbeit im direkten Gespräch können die Lobbyisten der Bewerber-Städte morgen leisten. Sie haben Räume angemietet, wo sie den IOC-Mitgliedern ihre Olympia-Pläne nahe bringen können. Grundlage für ihr Votum wird aber der Bericht der IOC-Evaluierungskommission sein, die in den vergangenen Wochen die vier Städte besuchte. Der Report wird erst einen Monat vor dem IOC-Kongress in Kopenhagen vorliegen. dpa