| 23:42 Uhr

Madrid
Traum geplatzt: FC Bayern stirbt "Heldentod"

Madrid . Die Szene wird Sven Ulreich nicht so schnell vergessen: Der Bayern-Torhüter verschuldete das entscheidende 2:2 gegen Madrid.

Aus der Traum! Ein fataler Fehler von Torhüter Sven Ulreich hat die Hoffnungen von Bayern München auf ein zweites Triple unter Jupp Heynckes brutal zerstört. Der deutsche Rekordmeister kam in einem wilden und verrückten Halbfinal-Rückspiel der Champions League beim Titelverteidiger Real Madrid um Doppeltorschütze Karim Benzema nur zu einem 2:2 (1:1) – ein Tor zu wenig für das Endspiel in Kiew.

Damit bleibt den Bayern am 26. Mai nur die bittere Zuschauerrolle, wenn die Königlichen um den erneut enttäuschenden Cristiano Ronaldo in der Ukraine gegen den FC Liverpool oder AS Rom zum dritten Mal hintereinander nach dem Henkelpott greifen. Joshua Kimmich (3.), der schon im Hinspiel (1:2) getroffen hatte, ließ die Gäste auf das „Wunder von Madrid“ hoffen. Doch Benzema (11./46.), in der Königsklasse in dieser Saison nur gegen Nikosia erfolgreich, antwortete eiskalt. Das Tor von Real-Leihgabe James (63.) machte noch einmal Mut, doch es reichte nicht.

Zur tragischen Figur wurde Bayern-Torwart Ulreich, der vor Benzemas zweitem Treffer einen Rückpass von Corentin Tolisso durchrutschen ließ.



Dreimal war seit 2014 gegen die „weiße Bestie“ Real Endstation. Und auch diesmal haderten die Roten mit dem Schiedsrichter: Cüneyt Cakir (Türkei) versagte ihnen einen klaren Handelfmeter (45.+2).

Dabei erwischten die Bayern vor 77.459 Zuschauern im legendären Estadio Bernabeu einen Traumstart: Flanke Thomas Müller, Verwirrung im Real-Strafraum um den desorientierten Kapitän Sergio Ramos – Kimmich staubte ab.

Karl-Heinz Rummenigge hatte noch vor dem Spiel etwas ungelenk gesagt, die Münchner sollten „den Heldentod leben“. Das setzte eine gewisse Leidensfähigkeit voraus – und die Heynckes-Bayern wurden schwer auf die Probe gestellt. Als Kimmich seinen Gegenspieler Marcelo flanken ließ, war am Fünfmeterraum Benzema völlig frei und köpfte sicher zum Ausgleich ein. An der Ausgangslage änderte das wenig: Die Bayern brauchten weiter Tore. Und Real schien ohne den verletzten Rechtsverteidiger Dani Carvajal verwundbar.

Obwohl Superstar Ronaldo wie in München schwer ins Spiel fand hatten die Gäste aber einige brenzlige Situationen zu überstehen. Etwa, als Ulreich bei Ronaldos erstem Torschuss rettete (38.). Dann traf James und verzichtete auf einen Torjubel. Tolisso (74.) hatte sogar das 2:3 auf dem Fuß, ehe Heynckes alles nach vorne warf. Vergebens.