| 23:20 Uhr

Champions League
Explosionsgefahr bei den Bayern

München. Ribéry und Robben sorgen beim 3:0 gegen Anderlecht für Diskussionsstoff.

() Erst schleuderte Franck Ribéry nach seiner Auswechslung das Trikot wutentbrannt in Richtung Ersatzbank, dann schlug Arjen Robben Alarm: Nach einem glanzlosen 3:0 (1:0) zum Start der Champions League gegen den RSC Anderlecht herrscht bei Bayern München Explosionsgefahr. In den vergangenen Tagen hatte bereits Torjäger Robert Lewandowski für Unruhe gesorgt. Es steht ein heißer Herbst beim Rekordmeister bevor.

„Wir spielen vor eigenem Publikum. Wir haben ohne Tempo und Rhythmus gespielt. Da muss man Leidenschaft zeigen und geil sein, Tore zu schießen. Und was machen wir?“, sagte Robben. Die Mannschaft müsse sich nach dem wenig überzeugenden Saisonauftakt, der in der jüngsten Niederlage in Hoffenheim (0:2) gipfelte, „hinterfragen und kritisch sein. Ich will Spaß haben auf dem Platz, das hatte ich nicht“, polterte der 33 Jahre alte Niederländer. Mit Blick auf die frühe Hinausstellung von Sven Kums (11.) fügte Robben erbost an: „Bei allem Respekt: Nach der Roten Karte musst du die aus der Arena schießen. Gegen stärkere Gegner bekommen wir so Probleme.“ Er dachte dabei schon an das nächste Gruppenspiel am 27. September bei Paris St. Germain um 222-Millionen-Mann Neymar.

Es brodelt bei den Bayern. Dazu trug auch Heißsporn Ribéry bei. Der ließ seinem Unmut bei seiner Auswechslung (77.) freien Lauf. Selbst Hasan Salihamidzic konnte den aufgebrachten Franzosen auf der Bank nicht beruhigen. Der Sportdirektor deutete nach dem Spiel Konsequenzen an: „Das ist nicht okay, darüber werden wir sprechen.“ Die Mitspieler nahmen Ribéry zwar weitgehend in Schutz, Trainer Carlo Ancelotti äußerte aber ebenso Unverständnis: „Ich verstehe seine Reaktion nicht.“ Der 58 Jahre alte Italiener ist gefordert, dass die Lage nicht eskaliert.

Die Bayern lebten von Einzelaktionen ihrer Stars wie Ribéry, Robben, James, der ein weitgehend blasses Startelfdebüt gab, Thiago oder Lewandowski. Der Torjäger, der die Arena wie Ribéry wortlos verließ, brachte die Münchner per Elfmeter in Führung (12.), er selbst war gefoult worden. Thiago (65.) und Kimmich (90.) sorgten für ein standesgemäßes Ergebnis – für mehr aber auch nicht. So ein Spiel müsse „deutlich dominanter ausfallen“, sagte Weltmeister Mats Hummels, der überraschend nur auf der Bank gesessen hatte – neben Thomas Müller. Der Nationalspieler wurde zwar in der Schlussphase eingewechselt, war aber wie in der vergangenen Saison häufiger in einem wichtigen Spiel nur Ersatz. Es wird im Münchner Luxuskader weitere Diskussionen und Härtefälle geben, die Ancelotti moderieren muss.