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Champions League
Hansi im Glück: Flicks Bayern-Debüt geht gut

München. Der FC Bayern qualifiziert sich mit 2:0-Sieg gegen Olympiakos Piräus zwar vorzeitig für das Achtelfinale der Champions League – doch diese Münchner machen Topspielgegner Dortmund keine Angst.

(sid) Ein Neustart sieht anders aus: Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge spendeten nach dem vorzeitigen Achtelfinal-Einzug in der Champions League müde Applaus, Interimstrainer Hansi Flick nahm die Glückwünsche seiner Mitstreiter und Spieler nur zögerlich entgegen. Das dürftige 2:0 (0:0) gegen Olympiakos Piräus bei Flicks Debüt war nicht der erhoffte Befreiungsschlag für Bayern München. Diesen Rekordmeister muss das formstarke Borussia Dortmund im Bundesliga-Klassiker am Samstag kaum fürchten.

„Es ging darum, nach vorne verteidigen und die Initiative wirklich hoch halten. Die Mannschaft hat das sehr gut gemacht“, sagte Flick bei Sky. Er sei „zufrieden“ mit seiner Elf, ergänzte der Nachfolger des am Sonntag entlassenen Niko Kovac, „wir haben sehr hoch verteidigt, den Gegner immer wieder unter Druck gesetzt und waren dominant.“

So oder so: Nach dem BVB-Kracher wird Flick seinen Platz wohl wieder räumen müssen. Nach Informationen der Bild-Zeitung stehen die Bayern kurz vor einem Engagement des langjährigen Arsenal-Teammanagers Arsene Wenger. Der 70-Jährige soll bis Sommer übernehmen und dann für einen jungen Coach wie Thomas Tuchel (Paris St. Germain) oder Erik ten Hag (Ajax Amsterdam) Platz machen.



Dass die Bayern Bedarf haben für einen echten Neustart, wurde auch am Mittwoch deutlich. Erst „Lebensversicherung“ Robert Lewandowski brach mit seinem 21. Saisontreffer im 17. Pflichtspiel gegen schwache Griechen den Bann (69.). Kurz vor dem Schlusspfiff erhöhte der eingewechselte Ivan Perisic (89.).

„Vielleicht hat uns nach vorne der Glanz gefehlt, aber in unserer Situation . . . Das war nicht das höchste der Gefühle, aber wer das Spiel gesehen hat, hat gesehen, dass wir da waren“, sagte Thomas Müller. Kapitän Manuel Neuer sprach von einer „guten Leistung“ und betonte: „Wir haben unser Spiel durchgezogen über 90 Minuten. Wir haben uns die Griechen zurechtgelegt und verdient gewonnen.“ In der Offensive hätten seine Vorderleute aber „manchmal zu hektisch“ agiert.

Immerhin: Gegen Piräus stand nach acht Begegnungen zumindest wieder mal die Null. „Für unser Selbstbewusstsein in der Defensivarbeit war das sehr wichtig“, sagte Neuer. Wer von den 70 000 Zuschauern in der ausverkauften Arena eine nach der Kovac-Entlassung befreite Münchner Elf erwartet hatte, sah sich getäuscht. Benjamin Pavard traf in der enttäuschenden ersten Halbzeit den Pfosten (45.), in der zweiten Hälfte war zumindest mal wieder auf „Lewy“ Verlass.

(SID)