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Carina Vogt fliegt zu WM-Gold

Falun. Skisprung-Olympiasiegerin Carina Vogt hat bei der WM in Falun Gold von der Normalschanze gewonnen. Die 23-Jährige siegte mit 236,9 Punkten vor der Japanerin Yuki Ito und der Österreicherin Daniela Iraschko-Stolz. sid

Der Gold-Traum von Carina Vogt ist erneut wahr geworden: Ein Jahr nach der Sensation von Sotschi hat die Skisprung-Olymiasiegerin mit einer furiosen Flugshow in Falun auch den WM-Titel eingefahren. "Es ist wieder etwas fast Unmögliches passiert, das ist einfach unglaublich", sagte die 23-Jährige, die mit Tränen in den Augen auf das Podest hüpfte. Vogt flog 374 Tage nach ihrer historischen Goldmedaille auf starke 91,5 und 92,0 Meter und siegte mit 236,9 Punkten knapp vor der Japanerin Yuki Ito (235,1). Bronze ging an die Österreicherin Daniela Iraschko-Stolz (233,8), die nach dem ersten Durchgang noch in Führung gelegen hatte.

"Ich hatte nach dem ersten Durchgang vier Punkte Rückstand auf Dani und hätte nicht gedacht, dass es noch reicht", sagte Vogt nach ihren beiden Traumflügen. Kaum zu glauben: Die Schwäbin hat in ihrer Karriere erst vier Skispringen gewonnen - zwei im Weltcup, bei Olympia und nun bei der Weltmeisterschaft.

Bundestrainer Andreas Bauer freute sich dann auch mit seinem Schützling. "Das ist ein unglaublicher Tag für uns. Es freut mich für Carina, dass sie hier ihren Olympiasieg bestätigt hat. Wir haben schon mit einer Medaille geliebäugelt, ich habe gewusst, dass sie innerlich sehr stark ist", sagte Bauer.

Die 31 Jahre alte Iraschko-Stolz, die zu den Pionieren des Frauen-Springens und seit 15 Jahren zur Weltspitze zählt, verspielte überraschend noch ihre Führung. Superstar Sara Takanashi aus Japan, die 29 von 61 Springen der Weltcup-Geschichte gewonnen hat, verpasste als Vierte einmal mehr ihren ersten großen Titel. Titelverteidigerin Sarah Hendrickson belegte den sechsten Rang.

Die übrigen DSV-Starterinnen zeigten eine eher durchwachsene Leistung. Juliane Seyfarth (Ruhla) kam als zweitbeste Deutsche auf den 14. Rang. Katharina Althaus (Oberstdorf) und die ehemalige Vizeweltmeisterin Ulrike Gräßler (Klingenthal) landeten am Ende auf den Plätzen 17 und 22. Gräßler, Deutschlands beste Skispringerin der frühen Jahre, hatte 2009 in Liberec mit Silber die bislang einzige deutsche Einzelmedaille bei einer WM geholt.

Schon an diesem Sonntag bietet sich Vogt die nächste Medaillen-Chance.

Im Mixed-Springen, bei dem pro Nation zwei Männer und zwei Frauen an den Start gehen, gilt das DSV-Team als Mitfavorit. "Die Jungs um Severin Freund sind zur Zeit ja ganz gut drauf", sagte Vogt: "Da rechnen wir uns schon was aus."