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BVB scheitert in Liverpool

Pierre-Emerick Aubameyang erzielte einen wunderbaren Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0 für den BVB. Foto: thissen/dpa
Pierre-Emerick Aubameyang erzielte einen wunderbaren Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0 für den BVB. Foto: thissen/dpa FOTO: thissen/dpa
Liverpool. Das Europa-League-Viertelfinal-Rückspiel zwischen dem FC Liverpool und Borussia Dortmund war ein denkwürdiges Spiel. Gefühlt war der BVB nach dem 3:1 schon durch. Doch dann nahmen die Engländer ihr Kämpferherz in beide Hände und drehten das Spiel. Thomas Nowag,Holger Schmidt (sid)

Erst ein Traumstart, dann ein Albtraum: Borussia Dortmunds Hoffnung auf den Europapokalsieg ist gegen Jürgen Klopp im Hexenkessel Anfield Road auf brutale Weise geplatzt. Im zweiten Rendezvous mit seinem Meistertrainer verspielte der BVB im Viertelfinal-Rückspiel der Europa League beim FC Liverpool zweimal eine Zwei-Tore-Führung und schied durch ein 3:4 (2:0) aus.

Die erste Niederlage im 19. Pflichtspiel des Jahres 2016 war ganz besonders schmerzhaft. Henrich Mchitarjan (5.) hatte nach dem 1:1 im Hinspiel das stürmisch bejubelte Auswärtstor erzielt, Pierre-Emerick Aubameyang (9.) legte zur Freude der 3000 Fans des anfangs brillanten BVB umgehend nach.

Dann begann das Spiel zu kippen: Divock Origi (48.) brachte den Reds nach Vorarbeit des später verletzten deutschen Nationalspielers Emre Can die Hoffnung zurück, auch das 1:3 durch Marco Reus (57.) konterten die Gastgeber: Coutinho traf (66.). Tore von Mamadou Sakho (78.) und Dejan Lovren (90+1.) schockierten den BVB und Thomas Tuchel. Klopp blieb beim entscheidenden Treffer reglos stehen, die Fans flippte dagegen förmlich aus. Ihre letzte Hürde vor dem Finale in Basel am 18. Mai bekommen die Reds heute Mittag zugelost.

In ganz Liverpool herrschte gestern Euphorie. "Viele Tausend Leute haben uns auf dem Weg zum Stadion zugejubelt, ich hatte Gänsehaut", berichtete Klopp kurz vor dem Anpfiff. In der Mathew Street, Keimzelle der Beatles, sangen die Fans beider Vereine gemeinsam vor dem legendären Cavern Club. Später brannten rund um die Anfield Road bengalische Feuer.

Nach einer Schweigeminute für die 96 Opfer der Hillsborough-Katastrophe von 1989 begann der BVB die Jagd nach dem nötigen Tor - erneut ohne Ilkay Gündogan, der auf der Bank saß. Ansonsten kehrten nach der großen Rotation für das Derby bei Schalke 04 (2:2) alle Stars in die Startelf zurück.

Als die Zuschauer gerade das beeindruckende Schweigen verdaut hatten, traf der BVB mit seinem ersten ernsthaften Angriff. Aubameyang scheiterte nach einer Flanke von Gonzalo Castro an Reds-Torhüter Simon Mignolet, Mchitarjan schob den Abpraller nach 245 Sekunden ins Tor. Vier Minuten später schickte Reus dann Aubameyang steil, und es stand 0:2. Thomas Tuchel, in einer Coaching-Zone mit Klopp, jubelte wie wild. Anfield dagegen war schockiert. Die Fans sangen trotzdem weiter, obwohl Origi (17./25.), Alberto Moreno (18.) und Adam Lallana (21.) beste Gelegenheiten für die Gastgeber vergaben. Der BVB geriet heftig unter Druck. Er überstand diese Phase mit viel Glück, hätte aber auch selbst noch zwei weitere Tore erzielen können. Es ging turbulent auf und ab, auch nach der Pause.

Das 1:2 ließ das Stadion fast überkochen. In feuriger Atmosphäre stemmte sich der BVB gegen die wütenden Liverpooler Angriffe, Entlastung gab es selten.

Das Spiel kippte, das Tor von Reus linderte den Druck nur für einige Minuten. Liverpool gab sich nie geschlagen, Klopp und die Fans trieben die Mannschaft unablässig an. Der überragende Origi hatte mindestens ein weiteres Tor auf dem Fuß, letztlich sorgten Coutinho, Sakho und Lovren für die Sensation.