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| 23:06 Uhr

BVB mit B-Team nur remis

Schalkes Franco Di Santo und Dortmunds Matthias Ginter (re.) rutschen gemeinsam ins Aus und beanspruchen beide den Einwurf für sich. Foto: Ina Fassbender/dpa
Schalkes Franco Di Santo und Dortmunds Matthias Ginter (re.) rutschen gemeinsam ins Aus und beanspruchen beide den Einwurf für sich. Foto: Ina Fassbender/dpa FOTO: Ina Fassbender/dpa
Gelsenkirchen. War's das schon? Die Meisterschaft in der Fußball-Bundesliga scheint nach den Dortmunder Punktverlusten auf Schalke fast schon zugunsten des FC Bayern entschieden. Beim BVB wollen sich Profis und Verantwortungsträger dennoch nicht grämen. Thomas Lipinski,Oliver Mucha

Michael Zorc redete gar nicht erst um den heißen Brei herum. "Wir sind doch alles Realisten. Die Bayern siegen immer weiter, und die Spiele werden immer weniger", sagte der Sportdirektor von Borussia Dortmund nach dem 2:2 (0:0) im 170. Revierderby bei Schalke 04 . Mitten im doppelten Rendezvous mit Meistertrainer Jürgen Klopp hat der BVB mit einer besseren B-Elf wohl die letzte Chance auf den Titel leichtfertig verspielt. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Bayern Meister werden", sagte auch Dortmunds Trainer Thomas Tuchel nach dem Abpfiff.

Dass Dortmund ohne ein halbes Dutzend Stars angetreten war, verteidigte Zorc: "Wir spielen im Dreitagesrhythmus. Deshalb sind solche personellen Maßnahmen zu diesem Zeitpunkt der Saison absolut notwendig."

Drei Tage nach dem 1:1 im ersten Europa-League-Viertelfinale gegen Klopps FC Liver pool und vier Tage vor dem Rückspiel am Donnerstag (21.05 Uhr/Sky und Sport1) an der Anfield Road hatte BVB-Trainer Thomas Tuchel den meisten Stammspielern eine Pause gegönnt. Zum dritten Derbysieg in Folge reichte es trotz zweimaliger Führung durch die Tore von Shinji Kagawa (49.) und Matthias Ginter (56.) nicht.

Für die Gelsenkirchener, die im Rennen um die Europapokalplätze einen wichtigen Punkt verbuchten, glichen jeweils Leroy Sané (51.) und Klaas-Jan Huntelaar per Foulelfmeter (66.) aus. Damit kann auch der umstrittene Trainer André Breitenreiter ein wenig durchatmen. In der ereignislosen ersten Halbzeit hatten die Königsblauen gegen die Dortmunder Zweitbesetzung noch Offensivgeist und Spielstruktur vermissen lassen, erst nach dem Seitenwechsel nahm der Ruhrpott-Klassiker richtig Fahrt auf.

"Wir haben es gut gemacht", sagte Tuchel. Aber auch die Schalker konnten mit dem Ergebnis leben, wie sein Kollege Breitenreiter erklärte: "Wir sind zweimal in Rückstand geraten, sind zurückgekommen und haben Moral gezeigt. Deshalb bin ich zufrieden."

Auf Dortmunder Seite hatte Tuchel sein Team fast komplett umgekrempelt und die vielleicht bestbesetzte Bank der Vereinsgeschichte zusammengestellt: Dort fanden sich neben Rückkehrer Ilkay Gündogan unter anderem das Sturmduo Pierre-Emerick Aubameyang und Marco Reus , das in den letzten beiden Derbys drei Tore erzielt hatte, sowie Henrich Mchitarjan wieder. Nur drei Spieler vom 1:1 gegen Liverpool standen erneut in der Startelf.

Was in der ersten Hälfte völlig gefehlt hatte, lieferten die Erzrivalen in den ersten Minuten nach der Pause nach: Plötzlich ging es zwischen den Toren hin und her. Der BVB, nun mit Mchitarjan, ging nach einer sehenswerten Kombination in Führung.

Nach dem Dortmunder 2:1 durch Ginters Kopfball holte Sokratis Huntelaar im Strafraum von den Beinen, der Niederländer verwandelte selbst. Nach fünf Wochen Pause gab Gündogan in der Schlussphase in seiner alten Heimat Gelsenkirchen sein Comeback. Bayer Leverkusen hat die Patzer der Konkurrenz genutzt. Mit dem souveränen 2:0 (2:0) im Nachbarschaftsduell beim 1. FC Köln rückte die Werkself gestern vor 50 000 Zuschauern auf Platz vier vor und hat bei nur noch einem Zähler Rückstand auf Hertha BSC sogar die direkte Qualifikation für die Königsklasse vor Augen.

Julian Brandt (39. Minute) und Javier Chicharito Hernandez (44.) erzielten die Tore für Bayer, das seine Aufholjagd im Rennen um einen Platz in der Champions League mit dem vierten Ligasieg in Serie ohne Gegentor fortsetzte. In einer hitzigen Nachspielzeit sah der Kölner Leonardo Bittencourt die Rote Karte und Leverkusens Wendell Gelb-Rot. "Das war unnötig. Das Spiel war gelaufen", sagte Bayer-Trainer Roger Schmidt zum späten Aufreger.

Köln muss sich nach der vierten Heimniederlage in Serie bei nur sechs Punkten Vorsprung auf den Relegationsrang 16 wieder nach unten orientieren, kann in den direkten Duellen gegen die Abstiegskonkurrenz aus Darmstadt, Augsburg und Bremen aber alle Zweifel beseitigen. Trainer Peter Stöger hätte sich eine andere Einstimmung auf seinen 50. Geburtstag am Montag gewünscht. "Die Gegentore sind viel zu einfach gefallen. Wir haben die ganze Saison nach unten geschaut", sagte Mittelfeldmann Matthias Lehmann. Bayers Weltmeister Christoph Kramer sah sein Team als Gewinner des Spieltags. "Ja, absolut. Wir müssen sehen, dass wir den goldenen Spieltag ins Ziel retten."

Schiedsrichter Manuel Gräfe zeigt Leverkusens Wendell (li.) Gelb-Rot. Foto: dpa
Schiedsrichter Manuel Gräfe zeigt Leverkusens Wendell (li.) Gelb-Rot. Foto: dpa FOTO: dpa