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Fußball-Nationalmannschaft
Mit der Nations League hält sich Löw gedanklich nicht auf

Amsterdam. Bundestrainer legt Fokus auf EM und WM-Qualifikation. dpa

So lässig wie in Amsterdams ehrwürdiger alter Börse wird man Joachim Löw bis zum Sommer wohl nur noch selten sehen. Das glimpfliche Nations-League-Los mit Spanien, der Schweiz und der Ukraine als Herbst-Gegner nahm der Bundestrainer entspannt zur Kenntnis. Dann richtete er seinen Fokus 100 Tage vor dem EM-Anpfiff komplett auf die riesige Sommer-Aufgabe. „Das ist das Allerwichtigste“, sagte Löw zum Start seines Vorbereitungs-Countdowns über die EM.

Die Nations League spielt erst mal keine Rolle. „Man soll den Wettbewerb auch nicht zu hoch hängen. Die Qualifikation für die WM wird wichtig sein, und natürlich sind die Turniere das Salz in der Suppe“, betonte Löw. Auf die große EM-Drohkulisse mit den Gruppenspielen gegen Weltmeister Frankreich und Titelverteidiger Portugal, die der Nationalmannschaft am Dienstagabend diesmal als Gegner erspart blieben, will der 60-Jährige seine Auswahl rechtzeitig vorbereiten.

Auch DFB-Direktor Oliver Bierhoff hielt sich nicht lange mit der Nations League auf. „Mit großer Vorfreude“ blicke er auf die EM. „Ich weiß, dass wir nicht aus der Favoritenrolle kommen. Wir werden trotzdem hohe Anforderungen haben, eine hohe Erwartungshaltung. Wir spielen drei Spiele in München, was unglaublich wichtig und toll für uns ist“, sagte Bierhoff.



Löw richtet vor seinem siebten großen Turnier das Augenmerk besonders auf die Kaderplanung. Positive Signale vernahm er von Leroy Sané und Niklas Süle nach deren Kreuzbandrissen. „Er hat mich informiert, dass alles gut gelaufen ist und dass er happy ist“, berichtete Löw von Sané nach dessen erstem Pflichteinsatz in der U23 von Manchester City. Bei Abwehrchef Süle ist die EM-Perspektive schwerer einzuschätzen. „Da muss man jetzt abwarten. Aber ich hoffe, dass er es schafft“, sagte Löw über den Bayern-Verteidiger.